Training
einfach
Varianten:
1
Dauer:
12:28

Techniktutorial: Der Flugball

In unserem neuen Techniktutorial geht euer Techniktrainer David Niedermeier ausführlich auf den Flugball ein. 

Trainer: 
David Niedermeier
Techniktutorial Flugball (Theorie Technik) (Musik im Hintergrund) I: Hallo liebe Freunde von MFSFussballtraining.tv. Wir wollen uns heute in dem Tutorial mal kurz um die Schusstechnik kümmern. Wir sehen ja, dass gerade jetzt im modernen Fußball die Schusstechnik einen sehr großen Stellenwert hat. Das Ganze auch beidfüßig. Das heißt, zum Beispiel ein Flugball, mit dem wir versuchen lange Distanzen zu überwinden. Der Tolisso von Bayern oder Boateng spielen die hervorragend. Vor allem mit beiden Füßen. Ob es ein Effetball ist mit dem wir Ecken schlagen können, oder Flanken schlagen können oder Freistöße direkt am Sechszehner eben, mit Effet direkt über die Mauer ziehen mit ein bisschen Topspin. Oder ob es eben ein Flatterball ist, den man ganz im Zentrum trifft, dass der Ball wirklich sehr unruhig fliegt und wahnsinnig schwer für den Torwart zu fangen ist. Darum wollen wir uns heute mal kümmern. Wir beginnen das Ganze mit einem Flugball. Bevor wir jetzt mit dem Flugball starten, ist es natürlich ganz, ganz wichtig, dass wir mit den kleinen Kindern, so mit sechs, sieben, acht schon mal anfangen ihnen diese Technik auch beizubringen. Je früher sie es natürlich beginnen, desto leichter tun wir uns später und desto höhere Qualität an Bällen können wir auch erreichen. Und wichtig ist, dass wir das beidfüßig tun, was wir durch unsere Philosophie, durch die unterschiedlichen Tricks, die einmal rechts und einmal links am Gegner vorbeiführen eh dazu führt, dass wir es mit beiden Füßen können müssen. Also ganz wichtig: die Jungs sollen immer einmal mit linken Fuß, einmal mit dem rechten Fuß die Schusstechnik machen. Eben 50 Prozent aufgeteilt. Okay wir schauen uns jetzt mal den Flugball an. Beim Flugball ist generell wichtig, dass der Flugball über eine lange Distanz fliegen soll. Das heißt, der muss die richtige Höhe, die richtige Schärfe haben und ganz wichtig, er muss gerade fliegen. Weil wenn ich jetzt einen Effetball spiele, verliert er natürlich durch den Effet an Länge. Den Ball bekommen wir rückwärts rotierend und gerade aus fliegend, in dem wir das Standbein nach vorne setzten. Das heißt wir sind näher zum Ziel, als der Ball. Sind vorne leicht in die Knie gebeugt und kippen hinten den Fuß, sodass wir hinten die Sohle sehen können. Wichtig ist dabei, dass der Arm auch rausgeht und dass ich den Ball jetzt hier genau so treffe. Wichtig ist auch der seitliche Abstand. Also wir haben einen Abstand nach vorne und einen seitlichen Abstand, dass wir den Ball nicht am Knöchel treffen, sondern auf halben Weg, sodass der Ball gut rotieren kann. Ich versuche mal einen Ball zu spielen. So, wie wir jetzt sehen können, rotiert der Ball nur rückwärts und fliegt relativ schnell und gerade nach vorne. Das Ganze sollten wir dann natürlich auch mit dem linken Fuß können. Hier genau dasselbe wieder. Standbein nach vorne, leicht nach innen gekippt, nahe zum Tor, mit Fuß gekippt und Knöchel am Boden. Hier hinten muss man die Sohle sehen. Jetzt geht natürlich der rechte Arm nach vorne, sodass der Ball eben dann auch kerzengerade, Hopp, fliegen kann. Gut, wir wollen uns jetzt nochmal im Detail, das ist jetzt natürlich das optimale Bild, so sollte der Ball am Ende fliegen, so sollten die Kinder ihn spielen können. Jetzt wollen wir uns mal ein paar Fehlerbilder anschauen. Das erste Fehlerbild ist, dass die Kinder häufig den – das Standbein zu weit hinten aufsetzen und damit sehe ich ja jetzt schon, dass der Fuß in diese Richtung kippt. Am Ende entsteht dabei, weil der Fuß dann eben schneller rüber geht, entsteht bei dem Ganzen hier ein leichter Effetball, sodass der Ball eben seitlich dreht und damit nicht mehr geradeaus fliegt. Und vor Allem nicht das Ziel auch – das Ziel nicht erreicht. Ein häufiger Fehler ist auch, dass die Kinder das Standbein einfach zu nah an den Ball heranbringen. Und wie man jetzt schon sehen kann, treffe ich den Ball eben mehr mit dem Knöchel als mit der Fußspitze und dadurch fängt der Ball an leicht zu zittern, ja? Also wir kommen dann eher in dieses hier rein, Hopp, sodass der Ball eben wie bei einem Flatterball anfängt sehr unruhig zu fliegen. Dadurch dass das Standbein dann manchmal eben auch zu nahe ist, kann ich natürlich auch keine Länge gewinnen, ja? Weil die – wenn wir jetzt so im – wenn wir den Vergleich zum Golf sehen, da eben der sehr lange Schläger führt dazu, dass der Ball sehr weit fliegt und der kurze Schläger führt dazu, dass der Ball eben nicht weit fliegt. Das heißt, hier kann ich auch versuchen die Länge hinzubekommen, indem ich mehr Abstand zum Ball habe. Jetzt sehen wir hier schon einen großen Hebel. Dadurch, dass das Standbein vorne ist, habe ich hier auch eine Bogenspannung drinnen, die den Ball eben dann noch weiter wegtreibt. Ganz häufig kann auch der Fehler auftreten, dass die Kinder den Knöchel nicht am Boden haben, sondern dass der Ball eben oben ist. Und jetzt sieht man ja auch wieder, dass ich den Ball eben nicht eher in der Mitte treffe und damit fängt der Ball eben auch wieder an zu zittern. Um die Kids leicht an den Flugball heranzubringen, empfiehlt es sich den Kindern zu empfehlen, dass sie den Ball sehr viel mit der Fußspitze spielen. Einfach mal in das Extrem rüber gehen, um ihnen zu verdeutlichen, wie sie den Ball zu treffen haben. Das heißt, ich treffe den Ball ganz stark mit der Fußspitze und dann dreht sich der Ball auch sehr, sehr schnell rückwärts. Wichtig ist, dass ich im Training die Kinder mal zusammen hole, um ihnen einfach mal zu zeigen – zu zeigen wie das funktioniert. Ihnen ein Bild zu geben, wie ich den Ball zu treffen habe. Und dann im Training kann ich immer mehr in das Livecoaching einsteigen, indem ich ihm sage: „Standbein ist zu weit vorne. Standbein ist zu weit hinten. Bring ihn weiter nach vorne.“ Oder eben zu mir herrufe und immer wieder zeige, wie es funktioniert und je beharrlicher ich als Trainer dabei bin, desto besser werden sie es am Ende auch können und desto schneller ist der Fortschritt auch zu sehen. Viele Trainer neigen es eben dazu, es ihnen einmal zu zeigen und sie dann alleine zu lassen mit dem Thema. So nach dem Motto, der kann es ja eh nicht. Da ist es wirklich: Der stete Tropfen höhlt den Stein.“ Ihnen immer wieder zeigen, ihnen – Sie animieren, es auch in ihrer Freizeit zu tun. Das heißt, ihnen zu sagen: „Hey sucht euch einen Zaun, und spielt den Ball permanent aus kurzer Distanz in den Zaun. Schaut, dass der Ball sich richtig dreht. Weil der Ball euch die Wahrheit erzählt.“ Ein besonders starkes Fehlerbild beim Flugball ist, dass die Kinder mit dem Kopf über dem Ball lehnen und sich nicht weglehnen, da vom Ball. Und dadurch eben kein langer Schläger entsteht. Wir wollen es einfach nochmal zeigen hier kurz. Wenn das der Ball ist, dann kippen die Kinder ganz häufig mit dem Kopf über dem Ball und damit wird der Schläger natürlich eher kurz. Wenn ich mit dem Oberkörper wegkippe, wenn ich hier in die Knie gehe und wegkippe, entsteht hier natürlich ein besonders langer Schläger. Also wenn man beim Spielen schaut, dann sollte der Kopf eigentlich eher fast wegkippen, wie dass ich fast umfalle. Ich versuche mal einen Ball zu spielen. Dann achten Sie mal auf meinen Kopf. Kippt hier praktisch zur Seite weg. Ich zeige das nochmal. Vielleicht bin ich ein bisschen näher ran, oder so. Also der Oberkörper muss fast wegkippen zur Seite, Hopp, dass ich fast wegfalle. Dadurch entsteht eben ein langer Schläger. Und die Kinder machen häufig den Fehler, dass sie den Kopf heben, hier oben haben hier. Hopp und dadurch entsteht natürlich kein guter Flugball. Darauf müssen Sie achten. Die Kinder müssen stark in die Knie gehen, damit der Oberkörper tendenziell vom Ball wegkippt. Nur dann kann ein guter Flugball gelingen. Was wir beim Flugball noch beachten müssten, ist dass es – wir den Flugball eben lernen müssen in unterschiedlichen Höhen zu spielen. Das heißt auch mit beiden Füßen. Wenn man sich jetzt vorstellt, dass ich den Ball von einem Innenverteidiger zu dem ganz Offensivem spielen möchte, es ist kein Spieler dazwischen. Dann macht es natürlich keinen Sinn, den Ball in die Luft zu schicken, weil er dann natürlich an Länge verliert. Und natürlich je länger es dauert, dass der Ball dort hinkommt. Dadurch die Verschiebebewegung des Gegners, das sozusagen kompensieren kann. Deswegen müssen wir den Ball dann eben scharf spielen und eben möglichst flach spielen. Das heißt, knapp über dem Boden, sodass der Ball in hohem Tempo dort ankommt. Wenn jemand dazwischensteht, dann müssen wir den Ball halt eben darüber spielen, über diesen Spieler. Aber natürlich auch nicht 100 Meter darüber, sodass Schnee darauf liegt und der Ball erst sehr viel später ankommt. Sondern eben knapp über seinen Kopf. Und das müssen wir den Kindern beibringen. Ihnen immer wieder erklären welchen Ball wollen wir denn haben? Soll es ein Spannball sein? Das heißt ein, ein Flugball, der sich rückwärts dreht und knapp über dem Boden ist. Oder soll es etwas steiler sein? Oder auch, den ganz steilen Flugball? Wenn man sich vorstellt, dass ich als Verteidiger den Ball habe und in kurzer Distanz steht einer vor mir und ich möchte den Ball zu dem Stürmer rüber heben, dann sollte der Ball eben sehr, sehr steil raufgehen. Und sollte dann, wenn er aufkommt natürlich auch bremsen, sodass der Stürmer den Ball gut annehmen kann. Wenn da der Ball zu steil gespielt ist, kommt er natürlich auch viel zu, viel zu flach an und dann habe ich natürlich ein riesen Problem mit der Ballannahme. Die drei möchte ich jetzt einmal kurz zeigen. Also wir beginnen mit dem Spannball. Das heißt der Ball, der knapp über dem Boden ist, aber sich auch eben auch rückwärts dreht, ja? Der über eine lange Distanz fliegt, eben nicht so hoch raufgeht. Dann wollen wir den Flugball zeigen, der so auf Lattenhöhe, auf Kopfhöhe fliegt. Das heißt, wenn jemand dazwischen ist, dann muss ich den Ball eben ein bisschen höher ansetzen. Genau. Und wenn ich jetzt einen Stürmer vor mir habe – also einen Gegenspieler praktisch vor mir habe. Man stellt sich vor, dass hier, hier in etwa der Gegenspieler steht. Und dass von der Seite jetzt der Stürmer reingelaufen kommt und den Ball sozusagen in den Lauf bekommt. Dann muss ich den Ball eben sehr stark an der Fußspitze spielen, dass der Ball sehr stark nach oben rotiert. Und dann spiele ich eben diesen Ball, der sehr, sehr weich fliegt. Genau. Je – Wenn wir uns das nochmal im Detail anschauen wollen: Je mehr ich den Ball an der Fußspitze treffe und je weniger der Fuß gekippt ist. Jetzt sehen wir relativ wenig Sohle hinten. Desto tiefer komme ich unter dem Ball hinein, desto höher schraubt der Ball. Das heißt in dem Moment, in dem Moment spiele ich den Ball eher mit relativ flachem Fuß. Das heißt, ich komme tief unter den Ball. Das heißt, der Ball schraubt hoch wie beim Golf, mit einem (?pitching watcher) zum Beispiel. Wenn ich den Ball über eine lange Distanz und scharf spielen will. Dann kippe ich den Fuß relativ stark und versuche den Ball nicht ganz unten zu treffen, sondern einen Ticken höher. Damit treffe ich den Ball knapp unter der Ballmitte. Das heißt, der Ball rotiert nicht zu weit nach oben. Und beim Spannball dann eben noch höher. Das heißt dann treffe ich den Ball, kippe ich den Fuß noch stärker und treffe den Ball knapp unter der Ballmitte und dann geht der Ball eben nicht so weit nach oben. Das ist wahnsinnig schwierig und deswegen müssen wir mit den ganz kleinen Jungs schon beginnen. Ich sage so, ab der F-Jugend, dass sie zumindest schon einmal wissen: Ein Flugball dreht sich rückwärts, ein Effetball dreht sich seitlich und ein Flatterball, der dreht sich gar nicht. Und diese drei Schusstechniken variier ich in meinem Techniktraining immer wieder durch. Und immer beidfüßig. Das heißt, wenn die Jungs unten neben dem Tor einen Flugball zuspielen müssen oder selber einen Flugball bei der Technik überspielen müssen, dass wir einmal den rechten Fuß und einmal den linken Fuß benutzen. Und auf die Weise kriegen wir dann über diese lange Zeit einen Sechzehn-, Siebzehnjährigen der eben alle Schusstechniken in Perfektion beherrscht und auch in unterschiedlichen Höhen spielen kann. Und jetzt wollen wir euch zeigen, wie wir die Kinder animieren können, das zu trainieren und wie sie es vor allem machen können, ja? Ich sage den Kindern immer im Training, wenn sie dann unzufrieden sind, weil der Ball eben nicht so fliegt, wie sie es gerne hätten, sage ich zu ihnen: „Du pass auf, schnapp dir die Bälle. Komm ein bisschen früher, ich lege dir die Bälle hin. Dann kannst du es üben. Oder du bleibst nach dem Training oder du übst es einfach auf dem Bolzplatz.“ Das ist jetzt hier eigentlich die beste Möglichkeit. Ich suche mir hier einen Zaun, mein Trainer hat mir gezeigt wie es geht, oder hat mir das Video gegeben, dass ich es mir mal anschauen kann und jetzt gehe ich einfach alle Schusstechniken durch. Und je öfter ich natürlich schieße, desto besser ist es. Wichtig hier auch, beidfüßig, immer einmal links, einmal rechts, einmal links, einmal rechts. Zum Eingewöhnen ist es für die Kinder jetzt natürlich einfacher mit dem starken Fuß zu starten. Und wenn der funktioniert, dann auf den Linken überzugehen. Wir wollen es uns jetzt einfach mal anschauen. Wir haben jetzt hier da in ein paar Meter Entfernung einen Zaun. Das ist eine ganz triviale Übung und jetzt einfach den Ball an den Zaun spielen und schauen, dass der Ball sich richtig dreht. Wir beginnen jetzt mal mit dem Flugball, Hopp. Dass ich den Ball einfach hinspiele und der Ball sich rückwärts dreht, um wieder zu mir zu kommen. Dann wieder hinlegen, Hopp und wieder schön spielen, Hopp. Und wieder hinlegen und wieder schön spielen. Dabei geht es jetzt nicht darum irgendeine Länge zu bekommen, sondern einfach eine Wiederholung und vor allem die Überprüfung: dreht sich der Ball richtig? Treffe ich den sauber? Um einfach an meiner Technik zu arbeiten und sie dann zu automatisieren. Und dann gehe ich natürlich her und spiele das ganze jetzt mit dem linken Fuß, Hopp. Hier nicht die volle Kraft. Einfach nur hinlegen, Hopp und den Ball sauber spielen. Und dasselbe kann ich natürlich auch mit dem Effet- oder dem Flatterball machen. Ein Flatterball wieder, Hopp hinspielen, Hopp. Gar nicht voll darauf hauen, Ball einfach hinlegen und schauen, dass die Technik sauber passt. Dass der Ball sich eben nicht dreht. Und das Ganze mache ich dann eben auch mit meinem linken Fuß. Und wenn ich Kinder animiere, wenn sie es unbedingt wissen wollen, wie es funktioniert. Und ich animiere sie das zu tun, verbessert sich die Schusstechnik, wenn ich es ihnen einmal gezeigt habe, rasend schnell von selbst. Und dann kann vielleicht ein Neun-, Zehnjähriger schon flattern, perfekt Effetbälle spielen und perfekt Flugbälle spielen, mit beiden Füßen. Und hat natürlich dann die Chance ein viel besserer Fußballer zu sein.

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