BFV plant Umstrukturierung im Nachwuchsfußball – Packt das Problem bitte an der Wurzel!

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Viele Vereine haben im Nachwuchsbereich das gleiche Problem. Man startet in der F-Jugend mit drei, vier oder sogar noch mehr Mannschaften und verliert bis zur A-Jugend über zwei Drittel der Kinder, sodass es am Ende schwer wird überhaupt eine A-Jugend stellen zu können. Der BFV nimmt sich jetzt dieses Problems an, indem er ein Projekt auf den Weg gebracht hat, das verschiedene Ansätze verfolgt. Ich möchte hier gar nicht auf diese verschiedenen Ideen eingehen. Diese stehen aktuell noch zur Diskussion und sind deshalb noch nicht spruchreif. Außerdem, und das ist entscheidend, sind sie nur eine Behandlung der Symptome, nicht aber der Wurzel des Problems.

Es ist richtig, dass man sich des akuten Problems in den A-Jugenden der Vereine annimmt. Langfristig bedeutet jede Änderung des BFV aber doch nur eine Verschiebung des Problems. Das eigentliche Problem ist doch, dass so viele Kinder von der F-Jugend bis zur A-Jugend über die Jahre mit dem Fußballspielen aufhören. Schaut man in die Vereine dann sehen wir oft drei, vier oder mehr F-Jugenden, aber nur eine A-Jugend und diese hat dann oft nicht mal genug Spieler. Das bedeutet wir verlieren über die Jahre über zwei Drittel der Kinder (Stichwort: Drop-Out-Effekt). Das ist zu viel! Die Gründe dafür sind vielfältig. Bei einigen davon ist es für die Vereine und den BFV nicht möglich entgegen zu wirken (z.B. andere Hobbys). Aber eine Studie hat herausgefunden, dass sehr viele Kinder, die aus den Vereinen ausscheiden, danach dem Fußballsport treu bleiben und sich privat in Mannschaften organisieren und mit ihren Freunden Kicken.

Daran wird deutlich, dass diese Kinder unglaublich viel Spaß am Fußball haben. Dieser wird ihnen dann aber im Verein genommen. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Ein Teil ist mit Sicherheit der Druck, der von Trainern, Eltern etc. an die Kinder herangetragen wird. Tabellen, ab der D-Jugend sogar, mit Auf- und Abstieg tragen ihren Teil dazu bei. Wenn in der F-Jugend ein Spieler nur für einen Freistoß von der Mittellinie eingewechselt, diesen dann verwandelt, und dann wieder ausgewechselt wird, dann mag er in diesem Moment „der King“ sein. Aber man kann doch darauf warten, dass dieser Junge früher oder später mit Fußballspielen im Verein aufhört.

Hier muss der BFV ansetzen! Zunächst gilt es die leidigen Tabellen auch in der E-Jugend abzuschaffen und dort eine Fair-Play-Liga wie in der F-Jugend zu installieren. Außerdem muss der Auf- und Abstieg in der D-Jugend weg. Eine D-Jugend, die die ganze Saison „gegen den Abstieg“ spielt kann sich auf keinen Fall fußballerisch weiterentwickeln, weil in jeder Aktion die Angst vor dem Fehler mitspielt.

Zusätzlich wäre es aus unserer Sicht sinnvoll, wenn der BFV Leute anstellt, die nur in den Bezirken unterwegs sind und dort Fortbildungen und Aufklärungsarbeit betreiben. Eine langfristige Änderung im Jugendbereich kann nur durch ein Umdenken bei den Trainern stattfinden. Und das geht eben nur durch Aufklärung und Gespräche. Nur so ist es möglich den Druck von Kindern UND Trainern (und Eltern) zu nehmen, damit diese wieder anfangen können ausbildungsorientiert zu trainieren und spielen zu lassen. Und damit sinken dann auch mit hoher Wahrscheinlichkeit die Drop-Out Zahlen der Vereine. Das Problem in der A-Jugend löst sich somit von selbst. Natürlich ist es sinnvoll sich auch kurzfristige Lösungen zu überlegen, aber wenn es dabei bleibt, dann behandelt man eben nur Symptome und packt das Problem nicht an der Wurzel!

Herzliche Grüße

Michael Schuppke

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