Spielaufbau richtig Trainieren

Der Spielaufbau verändert sich grundlegend im Laufe eines Jugendspielers. Bis zur D-Jugend gibt es kein Abseits, der Torwart darf den Ball bei einem Rückpass wieder in die Hand aufnehmen, die Anzahl der Spieler auf dem Spielfeld variiert und so weiter. Das heißt, die Kinder lernen immer neue Spielformen kennen und müssen sich dementsprechend anpassen. Auch für die Trainer ist das eine große Herausforderung.

Wir wollen uns hierzu einen klassischen Amateurverein anschauen, bei dem die Kinder zweimal Training in der Woche haben. Der Trainer ist dann meist ein Vater, der nach der Arbeit ehrenamtlich diesen Job macht. Für die Kinder steht der Spaßfaktor an oberster Stelle. Für einen Trainer heißt das nicht, dass er den „Hampelmann“ spielen muss um die Kinder immer bei Laune zu halten. Im Gegenteil, je mehr die Spieler fußballerisch draufhaben, desto mehr Spaß haben sie dabei Fußball zu spielen. Über das Rausspielen von hinten können fußballerische Inhalte optimal trainiert werden. Sei es Passspiel, Ballkontrolle, Übersicht, Handlungsschnelligkeit, Tricks usw. Und es ist für die Kids natürlich auch extrem motivierend, wenn man als Mannschaft das gegnerische Pressing überspielt und der Gegner nur hinterherschauen kann.

Spielaufbau ist nicht einfach

Dennoch ist gerade der Spielaufbau ein großes Problem vieler Mannschaften. Er wird entweder gar nicht praktiziert, sondern man drückt dem Gegner das Heft des Handelns in die Hand, wartet auf Fehler und kontert. Doch die Regeleinführung zur letzten Saison, dass bis zu zwei Spieler beim Abstoß in den Sechzehnmeterraum dürfen, regt zum Rausspielen an. Trotzdem wird diese Regel dafür, nach unseren Erfahrungen oft genutzt, einen Verteidiger anzuspielen, der lässt ihn zum Torwart zurückklatschen und dieser schlägt den Ball hoch und weit nach vorne.

Spielaufbau lässt sich sowohl trainieren als auch verteidigen. Jedoch gilt immer noch die alte Weisheit: wenn die eigene Mannschaft im Ballbesitz ist, dann kann die gegnerische Mannschaft kein Tor erzielen. Natürlich ist der Spielaufbau immer mit einem gewissen Risiko verbunden, doch besser als das Torglück dem Zufall oder den gegnerischen Fehlern zu überlassen. Die Fehler werden sowohl mit als auch ohne Ball passieren.

Beispiel einer Trainingseinheit

Wir von der Münchner Fussball Schule werden immer wieder gefragt, wie man denn den Spielaufbau verbessert. Hierzu ein exemplarisches Beispiel, wie eine Trainingseinheit dazu aussehen kann:

  • Eine Aufwärmübung mit Ball, bei der die Technik und das Passspiel geschult werden (10-15 Minuten)

  • Hier werden verschiedene Dinge trainiert, wie z.B. das gegnerferne Anspiel, die Auftaktbewegung und Wendetricks. All das ist wichtig, um den Spielaufbau ordentlich zu gestalten

  • Kurze Spielform, bei der das Umschalten und das Ballbesitzspiel trainiert werden (15-20 Minuten)

Bei dieser Spielform geht es darum, Kontakte zu sammeln und bei Ballverlust schnell umzuschalten. Lässt sich bei einem Co Trainer und genügend Spielern zweimal aufbauen.

  • Abschlussspiel, bei dem man den verschiedenen Positionen, v.a. Torwart, Viererkette und Sechser, einen Plan vorgibt, wie sie rauszuspielen haben. (20 Minuten)
  • Ein Team betreibt Spielaufbau und hat z.B. zwei Minitore als Ziel und die andere Mannschaft verteidigt.
  • Das Spiel wird ungefähr 10 Minuten gespielt, wobei fast jeder Fehler, sei es Laufweg oder eine falsche Entscheidung, korrigiert wird. Danach tauschen die Mannschaften die Aufgaben. Je nach Ziel kann das Anlaufen und der Spielaufbau hierbei trainiert werden
Varianten im Spielaufbau – 6 zwischen Innenverteidiger
Gegner lässt Spielaufbau zu – Aufgaben der Innenverteidiger
  • In der restlichen Trainingszeit sollten die Kinder dann frei spielen dürfen, ohne dass der Trainer immer wieder dazwischen funkt, damit sie sich auch nochmal „austoben“ können.

Herzliche Grüße

Michael Schuppke

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