#Nachspielzeit – Das Training im Zweischussspiel

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Immer wieder erreichen uns Fragen von Trainern aus ganz Deutschland zum Trainingsbetrieb oder zu ihren Spielen. Wir wollen diese Fragen nicht nur diesen Trainern beantworten, sondern ihre Fragen, Probleme und auch Anregungen allen hier zur Verfügung stellen. Eine Frage von letzter Woche dreht sich um unsere Art des Trainings, genauer gesagt um das Zweischussspiel.

Wer unsere Videos kennt, der weiß, dass wir in der Münchner Fussball Schule Koordination, Schnelligkeit, Tricks und Technik immer mit zwei Torabschlüssen trainieren. Das heißt, der Spieler führt die eigentliche Übung durch, schießt danach seinen Ball auf das Tor und bekommt dann von einem Mitspieler einen zweiten Ball zugespielt oder zugeworfen und schießt auch diesen meist mit dem anderen Fuß erneut auf das Tor. Meistens erst, nachdem dieser zweite Ball verarbeitet wurde, aber manchmal auch direkt.

Ein engagierter Jugendtrainer stellte uns dazu folgende Frage: 

“Die Doppelschusstechnik finde ich eine super Idee. Allerdings habe ich das Problem, dass sehr leicht Unruhe entsteht (In der F-Jugend).  Denn wenn ein Spieler 2x aufs Tor schießt, müsste entweder er 2 Bälle wieder aus dem Tor holen oder der Passgeber müsste dran denken. Was aber oft vergessen wird. Habt ihr da Tipps wie man das optimiert? Oder einfach nur das Prinzip steter Tropfen höhlt den Stein, bis jeder dran denkt.”

Wir haben darauf folgendes geantwortet: 

“Lieber Kollege,

das ist richtig: es entsteht zunächst mal Unruhe. Entzerren kann man das Ganze, indem man zwei Trainingsgruppen macht. Also auf zwei Tore trainieren lässt, so dass nicht so viele Kinder anstehen und warten müssen. Aber wahrscheinlich machen Sie das eh schon. Grundregel: Proo Tor sollten nicht mehr als 6 Spieler trainieren. Haben Sie also 18 Kinder, dann bitte drei Tore verwenden. Haben Sie keine drei Kleinfeldtore, dann nehmen Sie zwei Stück und dann noch ein Minitor oder stellen Sie zwei Minitore eng aneinander. Drei Spieler stehen dann beim Start der Übung an und drei neben dem Tor.
Der Schütze holt nach seinen beiden Schüssen seinen Ball und der Passgeber auch seinen und nicht einer beide Bälle. Das Problem in diesem Alter ist genau das was Sie sagen: Die Kinder vergessen es gerne. Aber das ist leider so und kann nur durch viel lautes Sprechen des Trainers kompensiert werden. So lange, bis es einfach in Fleisch und Blut bei den Kindern übergeht. Wie Sie richtig sagen: steter Tropfen höhlt den Stein. Und am Ende ist der Trainingseffekt auch beim anfänglichen kleinen Durcheinander so groß, dass ein Verzichten darauf nicht in Frage kommt.

Gibt es vielleicht einen Co Trainer, oder sind Sie alleine? Denn wenn es einen zweiten Trainer gibt, dann kann ja jeder eine Gruppe coachen und sich aufteilen, was schon vieles erleichtert. Dann muss nur ein Trainer eine Gruppe auf Kurs bringen.
Wenn Sie alleine sind, dann unbedingt zwei Tore nebeneinander aufbauen und die Kinder in zwei Gruppen teilen. Dann stehen Sie nach der Erklärung der Übung mittig zentral vor den Toren, so dass Sie alle Kinder im Blick haben. Und dann heißt es laut sein und durch konkretes Rufen wie “Markus – zweiter Ball!” die Kinder ständig daran erinnern, dass es mehr als nur einen Torschuss gibt. Das ist natürlich anstrengend, aber es dauert nicht lange, und die Kinder haben sich daran gewöhnt. Unsere Erfahrung zeigt, dass dies oft in zwei bis drei Trainings schon so verstanden wird, dass es nur noch wenig Verzögerung gibt. Und wenn doch, dann sind wir als Trainer wieder mal mit unserer Stimme gefragt;).

Einfach dran bleiben.”

Ein gutes Training!

Euer David und Michi

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