War das knapp! WM Rückblick – DEUTSCHLAND gegen SCHWEDEN

Jogi Löw hat aus unserer Sicht sowohl taktisch als auch personell sehr gut auf das Mexiko Spiel reagiert. Wir hätten zwar wie geschrieben auf Süle und Gündogan anstatt Rüdiger und Rudy gesetzt, ansonsten aber war das eine Aufstellung mit entsprechender Ausrichtung nach unserem Geschmack;)

Sebastian Rudy kam für uns aufgrund sehr geringer Spielzeiten bei Bayern zwar sehr überraschend, hat aber bis zu seiner Verletzung durchgehend aus dem Zentrum als klarer 6er agiert und somit das Konterspiel der Schweden fast komplett eingedämmt und für den Spielaufbau positive Impulse gesetzt. Die beiden Konter resultierten nicht aus taktischem Fehlverhalten, sondern aus individuellen Fehlern: einmal der Ballverlust von Rüdiger und einmal der Fehlpass von Toni Kroos.

Beide individuellen Fehler zeigen, dass die Kritik nach dem Mexiko Spiel nicht spurlos an der Mannschaft vorbeigegangen ist und dass das Team im Moment mental sehr instabil ist. Gerade der Fehlpass von Rüdiger und der anschließende Konter zeigte die Verwundbarkeit der deutschen Abwehr und sorgte für einen zu großen Kontrollverlust über das Spiel für fast 20 Minuten.

Zu Beginn sahen wir auch das Umschalten nach Ballverlust als stark verbessert. Es war viel dynamischer und aggressiver als zuletzt gegen Mexiko. Besonders auffällig war die offensive Marschroute von Löw. Das Ziel war, durch schnelle Spielverlagerungen die beiden Außenverteidiger möglichst hoch in offene Stellungen zu bringen. Von dort aus sollten immer wieder flache Bälle hinter die Abwehr schräg Richtung Tor in den Sechzehner eingespielt werden. Diese Räume wurden von Müller, Reus und Werner auffällig oft angelaufen.

Hieraus entwickelte sich eine Vielzahl an sehr guten Tormöglichkeiten. Gegen groß gewachsene und sehr kopfballstarke Schweden sollten die Bälle dann stets flach mit hohem Tempo vor das Tor quer gespielt werden.

Genau aus diesem Grund sollten Ecken auch stets kurz ausgeführt werden.

Besonders hervorzuheben waren die sehr starken 1 gegen 1 Situationen von Timo Werner auf dem Flügel in der zweiten Halbzeit und sollte bei Jogi Löw zu Überlegungen führen, die Offensive taktisch Variabler zu gestalten. Hier zu haben wir eine Möglichkeit, die auf den Ideen von Pep Guardiola zurückzuführen sind:

Wir sollten demnach nicht nur die Außenverteidiger ganz hoch ziehen, um diese dann Bälle hinter die Abwehr auf unsere eingerückten schnellen offensiven Spieler spielen zu lassen.  Sondern diese sollten auch auf dem Flügel häufiger in offene Stellungen für 1 gegen 1 Situationen gebracht werden.

Dazu empfiehlt es sich die Außenverteidiger immer wieder nach Innen auf die 6 zu ziehen, um die gegnerische Mittelfeldreihe nach Innen zu ziehen. Der offensive Flügel könnte sich somit etwas zurückfallen lassen und erhielte auf diese Weise eine offene Stellung, ohne dabei gedoppelt werden zu können. Dies empfiehlt sich vor allem für Draxler ,Werner und Reus.

So könnte es gehen - die Außenverteidiger werden im Spielaufbau auch mal eingezogen

So könnte es gehen – die Außenverteidiger werden im Spielaufbau auch mal eingezogen

Diese offensive Variante würde zusätzlich das Zentrum verdichten, um so stabiler gegen Konter zu stehen und noch schneller in das Gegenpressing zu gelangen. Da unser Team in der Offensive eher mit kleineren Spielern besetzt ist, macht es weiter Sinn, den Ball vermehrt flach in den Sechzehner hinter oder auch  vor die Abwehr hineinzuspielen. Dies gepaart mit einem ständigen Positionswechsel würde den Gegner stets vor neue Herausforderungen stellen und unser Spiel extrem variabel und schwer ausrechenbar machen.

Unserer Meinung sollte Löw fast die gleich Startelf ins Rennen schicken, sofern Rudy mit Nasenbeinbruch spielen kann. Wenn nicht, wäre Gündogan sicher die richtige Wahl, auch wenn er etwas nervös und verunsichert wirkte. Dies lässt sich aber gut erklären mit der großen öffentlichen Kritik am Besuch beim türkischen Präsidenten Erdogan und der Tatsache, dass er nach Khedira und jetzt auch Rudy nur die zunächst dritte Wahl war. Die Verunsicherung und das fehlende Selbstvertrauen war bei ihm zu spüren – erst mit der Einwechslung von Julian Brandt fand auch er zu seinem Spiel und konnte nochmal für Schwung in den letzten Minuten sorgen. Hummels wird wohl den gesperrten Boateng ersetzen und wir plädieren eher für Süle als Rüdiger als zweiten Innenverteidiger, da er ein komplett zuverlässiger Spieler ist. Rüdiger ist zwar sehr zweikampfstark, aber im Spiel mit Ball unserer Meinung immer ein wenig zu locker.

Auf diese Weise sollte einem klaren Sieg gegen die Südkoreaner nichts im Wege stehen.

Auf geht´s am Mittwoch! Wir hoffen auf noch mehr geile Momente, wie der Freistoß von Kroos in der 95. Minute! Was für ein Tor und was für eine Erleichterung bei den Spielern und auch bei uns Fans!

Eine gute Fußballzeit!

Euer Faxe

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