Trainingseffizienz – Was genau heißt das?

Kinder und Jugendliche sollen möglichst effizient trainieren und so bestmöglich ausgebildet werden. Doch was heißt das eigentlich ganz konkret? Wir wollen an ein paar Beispielen aus dem Trainingsalltag aufzeigen, wie Training unserer Meinung nach organisiert werden muss, damit die Kinder auch wirklich ausgebildet werden und nicht die meiste Zeit des Trainings für Anstellzeiten verschwendet werden.

Wir alle wissen: Die richtigen Trainingsinhalte gepaart mit einer hohen Wiederholungsrate und einer angemessenen Korrektur, das sind die entscheidenden Faktoren für ein gutes Fußballtraining. Ein Trainer muss sich daher z.B. im Techniktraining immer wieder die folgenden Fragen stellen:

Wie oft berühren meine Kinder in einer Übung den Ball mit dem Fuß? Wie oft schießen sie im Training aufs Tor?

Auch bei uns standen früher die Tore aus alter Gewohnheit gegenüber voneinander. Bis wir gemerkt haben, dass wir unsere Trainingsgruppe viel besser steuern können, wenn wir die Tore nebeneinander stellen. Indem wir die Tore nebeneinander gestellt haben, konnten wir unsere Übungen, die meistens mit einem Torabschluss aufhören, auch als Wettkämpfe gestalten und die beiden Trainingsgruppen gegeneinander antreten lassen, sobald die Spieler die Übungen technisch sauber beherrscht haben.  Fortan galt in jeder Übung die Regel: Für jeden Treffer gibt es für die jeweilige Gruppe einen Punkt. Ein enormer Anreiz für die Kinder, die Intensität der Übungen von sich aus hochzuhalten. Statt die Übungen gemütlich zu durchlaufen, schalten sie dank dieses kleinen Kniffes automatisch in den Wettkampfmodus, um möglichst viele Treffer zu erzielen und hinterher nicht als Verlierer dazustehen. Sie lernen also nach dem eigentlichen Lernen der Technik, die Übung in hohem Tempo zu beherrschen. Ganz so, wie es später im Spiel ja dann auch annähernd von ihnen verlangt wird.

Wann immer möglich, stellen wir die Tore außerdem vor einen Zaun. Schießt ein Kind am Tor vorbei, muss es nicht zehn oder zwanzig Meter laufen oder ins Gestrüpp klettern, um seinen Ball zu holen, sondern kann den vom Zaun abgeprallten Ball einsammeln, sich gleich wieder anstellen und bleibt im intensiven Rhythmus.

Apropos Anstellzeiten: Wir haben es immer wieder mal erwähnt und möchten an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen. Es gilt einfach, zu lange Anstellzeiten zu vermeiden. Der Klassiker, dass 15 Kinder in einer Reihe vor einem Tor warten, bis sie endlich mit der Übung dran sind, muss endlich aus dem Fußballtraining verschwinden. Wenn der Spieler hier seine Übung beendet hat und den Ball wiederholt und sich wieder anstellt, vergeht bis zur nächsten Wiederholung schon mal drei Minuten. Wenn das Training insgesamt so organisiert ist, dann trainiert der Spieler effektiv von 90 Minuten nur 30 Minuten! Eine ganze Stunde wird so sinnlos vergeudet. Daher müssen unbedingt kleinere Trainingsgruppen gebildet werden und zwei Tore nebeneinander aufgestellt werden, damit die Anzahl der Übungsdurchläufe erhöht wird. Wenn man nur ein Tor zu Verfügung, kann parallel eine Passübung oder eine Spielform stattfinden und nach einer gewissen Zeit tauschen dann die Gruppen. Nur bitte keine 15 Spieler mehr in einer Reihe…

Welche Möglichkeiten gibt es noch? Wie sieht es mit dem Abschlussspiel aus? Was kann im Winter machen? Was mache ich als Trainer, wenn ich eine Übung neu aufbauen oder umbauen muss?

Dazu werde ich in dieser Woche noch mehr an dieser Stelle schreiben.

Bis dahin eine gute Fußballzeit

Euer Michi

Ein Gedanke zu „Trainingseffizienz – Was genau heißt das?

  1. Markus

    Wieder ein sehr guter Artikel! Danke.
    Eine weitere Möglichkeit wäre die Tore versetzt zu stellen. Das hat den Vorteil, dass man weiterhin den Wettkampf machen kann und darüber hinaus auch einen Rundlauf (könnte man auch als Dreieck, Viereck usw. machen). Und man muss die Tore für ein Spiel anschließend nicht so weit tragen.
    Zum Thema Zaun: ich stelle meine Tore gerne auch so, dass die Kinder weit laufen müssen (auf dem Fußballfeld), wenn sie vorbei schießen – ich habe bemerkt, dass dies die Konzentration erhöht und die Ausführung damit besser wird.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.