Geschacher um die Jüngsten

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Matthias Wolf hat für „Sport inside“ im WDR einen kritischen Film darüber gemacht, wie im deutschen Profifußball mit harten Bandagen um vielversprechende Nachwuchskicker gekämpft wird. Wir haben die wichtigsten Sachen für Euch zusammengefasst. Wer den ganzen Film anschauen will – hier entlang:

Kinder von Garmisch nach Leipzig

Mit 11, 12 Jahren werden die Kids schon gescoutet, viel früher als noch vor einigen Jahren. Das liegt daran, dass jeder Bundesligaverein in seinem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) einen Diamanten haben will, den er weiter ausbildet.

Red Bull Leipzig gilt bei der Konkurrenz als einer der aggressivsten Diamantenjäger. Früher graste Leipzig die Talentschmieden im Osten ab, heute deutschlandweit. 30 Millionen Euro hat Red Bull als Hauptsponsor investiert in das Leistungszentrum mit Platz für 50 Nachwuchskicker – kein anderes NLZ ist größer. Und Durchschnitt hat in Leipzig nichts verloren, sie wählen nur die besten, besonderen, exquisiten Spieler aus.

Das einstige Agreement unter NLZ, sich nicht gegenseitig die Talente wegzuschnappen, befolgt Leipzig nicht. Da kann es schon mal passieren, dass sie die fünf Besten aus einem Team holen und so die Jugendmannschaften anderer Bundesligavereine sprengen.

Die wirtschaftliche Macht und die daraus entstehenden Möglichkeiten spielen die größte Rolle und so kommen Kinder aus Garmisch oder Sylt nach Leipzig.

Talente als Spekulationsobjekt

Selten kommen Vertragsverhandlungen um Jugendspieler ans Licht, wie eines 15-jährigen Spielers von Hertha BSC, für den RB Leipzig 250.000 Euro Ablöse zahlte.

Oder für den 20-jährigen Leroy Sané werden angeblich in seinem zweiten Bundesliga-Jahr bereits 50 Millionen Euro geboten, fast das Dreifache seines Marktwertes.

Die Preise explodieren! Alles nach dem Motto: Früh entdecken, investieren, Rendite machen.

Ist das noch vertretbar, was meint ihr? Wohin geht diese Entwicklung?

Ist es sinnvoll, wenn Spieler mit 13 oder 14 Jahren quer durch die Republik verfrachtet werden? Und damit ist nicht gemeint von einem kleinen Dorfverein zu einem Bundesligisten. Sondern von einem Drei-Sterne NLZ zu einem anderen Drei-Sterne NLZ.

Das macht dann Sinn, wenn man Fußballspieler als Renditeobjekte sieht.

Aber ist ein Fußballspieler ein Renditeobjekt, wenn er 14, 15 oder 16 Jahre alt ist? 

Ist das Niveau in den Nachwuchsleistungszentren wirklich so unterschiedlich, dass ein Wechsel quer durch Deutschland gerechtfertigt werden kann?  

Eine gute Fußballzeit

Euer Michi

 

Gedanken zu “Geschacher um die Jüngsten

  1. markus

    13 – 14 ? Da kann man aber besser recherchieren, denn schon ab 8 Jahren werden die Talente im Ruhrgebiet (ganz agressiv ist das RWE) gescoutet … S04, BVB etc halten da auch mit und schon 7 jährige werden zum Probetraining eingeladen

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Es handelt sich ja um eine WDR Beitrag. Das sehen wir aber genauso, denn wir bekommen auch mit, dass das Scouting bis bin zu den jüngsten immer mehr wird.

      Viele Grüße

      Michi

      Reply
  2. Sascha

    Ich finde diese Entwicklung entsetzlich.
    Es steckt ohnehin viel zu viel Geld in diesem Sport und Kinder unter 16 Jahren sind alles andere als gefestigt und auch von den Talenten werden sich nicht alle durchsetzen. Und was passiert mit den “gescheiterten” Talenten? Wer kümmert sich darum?
    In dem Beitrag geht es ja hauptsächlich im Leipzig, weil sie überregional agieren. Die kleineren Kinder werden im “näheren” Umfeld abgeworben, was die Sache natürlich nicht besser macht…

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Sascha,

      hast du hier auch Erfahrungswerte vielleicht aus deiner Region?

      Vielen Dank und viele Grüße

      Michi

      Reply

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