Die vier größten Irrtümer über Jugendfußball – Teil 3

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Wie sieht es nun also aus mit der 3. These, welche wir als großen Irrtum des Jugendfußballs anzweifeln - Die Kinder sind gute Fußballer, wenn sie ihre Spiele gewinnen.

Ist dem wirklich so? Wie sieht es aus mit dem Gewinndenken im Juniorenfußball?

Nichts ist einfacher als Fußballspiele in der F- oder E-Jugend zu gewinnen. Man nimmt die am stärksten entwickelten Kinder (meistens die ältesten des Jahrgangs), bolzt mit ihnen Kondition und macht vor dem Tor Abschlusstraining bis zum Umfallen. Die schwachen Kinder (meistens die jüngeren des Jahrgangs) setzt man dagegen auf die Auswechselbank oder nimmt sie erst gar nicht mit zum Spiel. Das Ergebnis ist eine Gewinnquote, die sich wahrlich sehen lassen kann. Nach genau diesem Prinzip wird leider noch immer in den meisten Fußballvereinen verfahren. Statt Kinder auszubilden, werden sie selektiert. Die Starken kommen weiter, die vermeintlich Schwachen werden aussortiert.

Kein Wunder, ein im Januar geborener Junge ist einem im November oder Dezember geborenem in der Regel körperlich überlegen. Aber ist er deswegen wirklich der bessere, der stärkere Fußballer? Nein, er hatte lediglich zehn Monate mehr Zeit zu wachsen. In der C-Jugend kann der biologische Altersunterschied von Kindern bis zu sechs Jahre betragen. Innerhalb ein und desselben Jahrgangs! Dieser vollkommen normale körperliche Unterschied wächst sich erst mit dem Übergang in den Herrenbereich aus. Mit einem aufs Gewinnen und die Tabelle fixiertem Denken laufen wir jedoch Gefahr richtig gute Fußballer in den Jahren zuvor bereits auszusortieren. Und warum? Weil sie ihren Mannschaftskameraden im Wachstum hinterherhinken und man mit ihnen nicht so leicht gewinnen kann, wie mit den körperlich bereits entwickelten Spielern.

In unserer Ausbildungsphilosophie verzichten wir bis zur D-Jugend aufs Gewinnen wollen. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und schwächen unsere Mannschaften ganz bewusst, indem wir ohne festen Torwart und mit einem Rotationsprinzip spielen, bei dem jeder Spieler auf jeder Position im Feld eingesetzt wird. Gegen „spezialisierte“ Mannschaften verlieren wir sicher das eine oder andere Spiel, wenn unser bester Verteidiger in den letzten zehn Minuten vorne im Sturm spielt. Dafür gewinnen unsere Kinder jedoch etwas viel Wertvolleres: Mit ihren Kenntnissen über jede einzelne Position auf dem Feld entwickeln sie mit der Zeit ein umfassendes Spielverständnis und sie entwickeln sich auch technisch weiter. Jede Position bringt unterschiedliche Herausforderungen in der Koordination oder bei der Ballverarbeitung mit sich. Nur wer in den ersten Jahren der Jugend auf jeder Position spielt, kann sich taktisch, technisch und koordinativ komplett entwickeln. Ein ganz wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg hin zum perfekten Fußballer. Spieler, die bereits in ihrer Jugend ausschließlich auf ein und derselben Position eingesetzt werden, haben diese Möglichkeit nicht. Sie bleiben in ihrer Entwicklung stehen.

Es ist nicht so, dass wir verlieren wollen oder dass uns Niederlagen nichts ausmachen. Im Gegenteil. Aber überall dort, wo das Gewinnen der fußballerischen Ausbildung entgegensteht, verzichten wir in den ersten Ausbildungsjahren lieber darauf. Und ehrlich, wer erinnert sich heute noch an Ergebnisse von F- oder E-Juniorenspielen von vor fünf oder zehn Jahren?

Wer Kinder ganzheitlich ausbilden möchte, muss in den ersten Fußballjahren aufs Gewinnen verzichten können.

Nächste Woche folgt dann noch der vierte und letzte Irrtum über Jugendfußball. Nur so viel vorneweg – es geht um Fitness!

Eine gute Fußballzeit!

Euer Michi

Gedanken zu “Die vier größten Irrtümer über Jugendfußball – Teil 3

  1. Thomas Schweneker

    Vom Prinzip her Teile ich die Meinung, leider sehen es die Kinder in unser U08 anders. Wenn man alle Spiele verliert und selten gewinnt ist die Motivation negativ und sie haben keine Lust mehr weiterzuspielen. Auch wenn das Rotstionsverfahren bei uns eingesetzt wird so wird immer jemand für das Verlieren gesucht. Meistens ist es der Torwart. Dieser wiederum schiebt es den Verteidigern in die Schuhe. Trotz der Erklärung seiten der Trainer giften sich die Kids an. Als zweites Beschuldigungen dann wiederum die Eltern die Trainer das diese nicht vernünftig trainiert und die Kids deswegen verlieren. Das führte dazu das der alte Trainerstamm abdunkeln, weil sie keinen Lust mehr auf due Psychospiele haben. Der neue Trainerstamm besteht aus erfahrenen Trainern, mal sehen wie sich das entwickelt.

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Thomas

      das sind Sie natürlich als Trainer gefragt. Die Spieler müssen vor der Kritik eines oder mehrer Spieler geschützt werden. Man gewinnt zusammen – man verliert zusammen. Wer sich daran dauerhaft nicht hält, kann dann schon mal ausgewechselt werden und muss zusehen. Hier geht es ja dann nicht mehr um technische Dinge oder um die Taktik, sondern um Disziplin innerhalb einer Mannschaft, eines Teams!
      Den Eltern muss man erklären, dass dieser Weg richtig ist. Aber er braucht Zeit! Gutes braucht Zeit! Eltern, die dann auf die Trainer einwirken wollen, haben den Weg nicht verstanden. Es geht nicht um die Niederlage, sondern entscheidend ist, ob die Jungs sich weiter entwickelt haben. Das steht nicht unbedingt in einem Zusammenhang. Ich kann super gespielt haben, aber der Gegner hatte drei Spieler mit doppelter Größe und Geschwindigkeit – wer gewinnt dann wohl in einer U8 das Spiel? Wenn man die Eltern nicht in der Griff bekommt, dann ist es natürlich auch schwer, die Kinder davon zu überzeugen. Denn zu Hause wird dann was anderes erzählt als die Trainer es tun. Da wird dann nicht in einer Sprache gesprochen. Das Ergebnis ist bekannt.
      Und ehrlich gesprochen: dass bei einer U8 so ein Theater gemacht wird, ist unverständlich. Es ist eine U8! Nicht mehr! Die Kinder sollen Kicken und Spaß haben. Und dabei sich entwickeln dürfen – dann kommt der Erfolg von selber…
      Gib mir mal Rückmeldung, wie das mit den erfahrenen Trainer sich entwickelt!
      Grüße
      Michi

      Reply
  2. Markus Hoffmann

    Hallo Michi,
    ich lese jetzt schon länger deine und deren Berichte aus der Münchner Fussballschule.
    Dieser Bericht über das Training und Aufbau der Jugend hat mich sehr man kann schon sagen berührt.
    Ich selber babe einen Sohn 10 Jahre der begeistert Fussball spielt, nachdem ich in den anfangs Zeiten mir das Training der E Jugend angesehen habe bei uns im Verein ” FC Bayer Uerdingen) musste ich leider auch feststellen das gute oder weitere vom Körper, Spieler gefördert werden und die die im Jahrgang bis auf zwei drei vier Monate zurück sind nur zum bezahlen oder unnützes Übel sind!
    Gute Spieler werden rausgezogen schwache bleiben auf der Strecke, Trainer werden im E/D Jugend Bereich an den Siegen gemessen.
    Die Trainer sind für mich leider alle nicht Ausgebildet genug um solch ein Richtiges Aufbautraining durchzuführen, stark merkt man das das Kinder von Trainern bevorzugt werden egal wo die Spielen,
    Pädagogisch auf vernünftiger Art und weise den Kindern Spaß am Sport zu geben und das Gefühl der ” Ich gehöre zur Mannschaft ich bin ein Teil” gibt es nicht.
    Als Vater konnte ich mir das nicht länger mit ansehen und habe kurzerhand eine damals E Jugend als Ko Trainer übernommen.
    Ich selber habe keine Trainer Ausbildung, bin aber 30 Jahre lang als Einzelsportler im Windsurfen sehr erfolgreich gewesen und das ging nur weil ich Liebe, Leidenschaft zum Sport hatte und nie ein muss dahinter stand. Natürlich kann ich auch Fussball und kenne alle Regeln und habe durch meine drei Kindern denn Sinn des Lebens erkannt, ehrgeitz habe ich auch aber alles im gesunden Bereich.
    Nun mal dazu was ich eigentlich sagen wollte, kaum haben ich den Kindern Spaß und Zusammenhalt, eine tolle Gemeinschaft unter den Kindern und Eltern geschafft, wird das alles seitens des Vereins schlecht geredet mit den Worten DU MUSST das so oder so lass die guten Spieler Spielen da habt Ihr schon wieder verloren u.s.w das sich die Kinder aber positiv Entwickelt haben jeder für sich sieht keiner ausser die Eltern und die Danken einen das.
    Mein Sohn Niklas hat sich früh für sein Alter entschieden das er nichts anderes Spielen möchte als im Tor.
    Diese Entscheidung soll dann auch so sein wenn er das so möchte gerne, daraus hat sich für sein alter ein richtig meiner Meinung nach guter Torwart entwickelt mit allem drum und dran so das er mit 10 Jahrgang 2004 früh hoch in die D Jugend gezogen wurde weil dort kein Torwart war und er war der KIng auf dem Platz.
    Jetzt kommt auf einmal wie Jedes Jahr bei uns im Verein , werden alle Mannschaften neu gebildet ein Trainer auf Niklas zu und sagt zu im” Niklas ich Trainiere nächste Saison die D 5 und als Torwart brauche ich dich nicht du kannst Spieler werden”, Niklas, fragte was das soll und bekomm promt die Antwort ich bringe mein Sohn aus der D2 mit und mein anderer Sohn aus der E Jugend kommt auch zu mir als 2 Torwart da brauche ich dich nicht.”
    Ist das super, Jetzt sitze ich mit mein Sohn hier der die Welt nicht versteht, so ungerecht ist der Sport.
    Ich auf Jeden fall werde mir ein Beispiel an Ihrer Philosophie nehmen und mir nicht rein reden lassen.
    Danke Ihnen für diese tollen Berichte
    Markus Hoffmann

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Markus

      vielen Dank für deinen Kommentar! Es ist wirklich ein schwieriges Thema und auch wir müssen in unserer täglichen Arbeit immer wieder aufs Neue unsere Idee und Philosophie “verkaufen” und viel Überzeugungsarbeit leisten. Aber der Weg lohnt sich: die Kinder sind glücklicher, entwickeln sich gut und klar – das Ergebnis dieses Weges sieht man erst in drei bis vier Jahren. Dann nämlich sind die Jungs und Mädels relativ gute Kicker geworden und spielen richtig schönen Fußball. Wenn dann noch die körperliche Entwicklung nachzieht, dann wird es auch erfolgreich. Und das wichtigste: Die Kinder und dann Jugendlichen haben richtig Spaß und sind mit großer Leidenschaft dabei. Aber wie gesagt – dies ist ein längerer Weg dorthin. Gutes braucht eben Zeit!
      In diesem Sinne alles Gute und einfach dran bleiben!
      Grüße
      Michi

      Reply
  3. MartinMartin

    Hallo. Sehr interessante Beiträge findet man hier.  :)

    Mir ist ein Relativ Age Effect im Nachwuchs schon etwas länger bekannt, und manchmal habe ich so den Eindruck als würde so etwas bei Profivereinen völlig vernachlässigt werden. Vor zweidrei Jahren habe ich eine U14 von Hannover 96 und St.Pauli(?) gesehen, wo eigentlich fast alle Kids größer waren als ich. Ich bin 175cm groß. Also in diesem Bereich fangen die Probleme schon beim Talent-Scouting an denke ich und das merkt man schlussendlich sogar bis zu den Nachwuchs-Nationteams. Wenn man in der Jugend nur körperliche starke Spieler holt, dann hat man auch mehr Erfolg, so der offensichtliche Grundgedanke vieler Vereine.
    Hier zbsp. eine Deutsche U19 Auswahl.
     http://www.transfermarkt.at/spielbericht/index/spielbericht/2477168
    Eine Zusammenfassung:
    ——1Monat.95Jahrgang———
    5.96–12.95–3.96–3.95
    —————2.95—————-
    1.95–1.95–4.95–4.95
    ————-10.95————–
    Einwechslung: 12.95, 3.95 und 1.95

    Bei diesem Spiel kamen sieben 95er Spieler zum Einsatz die von Jänner bis März geboren sind. Das sind 50%.

    In Österreich haben die Medien übrigens sehr kritisiert dass wir körperlich so schwach waren. Vor allem Horvath bekam die größte Kritik ab, obwohl er der jüngste am Platz war. Im Gegensatz dazu hat man Bytyqi gelobt. Er war so nebenbei der älterste Österreicher.

    Alles Zufall?

    Reply
    1. David Niedermeier

      Hallo Martin

      ob dies alles Zufall ist, ist eine gute Frage. Wir haben dazu eine kleine Studie erstellt. Die werden wir demnächst hier veröffentlichen. Nur so viel vorneweg: Der Anteil von früh geborenen Spieler in den NLZs der Bundesliga ist doch bemerkenswert. Also demnächst dazu mehr…

      Dein Hinweis zur U19 Auswahl ist sehr interessant. Und was passiert dabei v.a. mit den spät geborenen? Fallen die einfach durch das Raster, obwohl sie eigentlich sehr gute Spieler sind? Würde es so noch mehr Reus` oder Messis geben?`

      Bis bald also und wir bleiben dran!

      Grüße

      Faxe

      Reply
  4. Timo

    Hallo nach München,

    Bevor ich zu meinem Anliegen komme, kurz zu meiner jetzigen Situation:
    Seit ungefähr einem Jahr habe ich meine eigene E-Jugend in meinem Heimatclub als Trainer übernommen. Natürlich war es in der Truppe auch mein Ziel euren “Entwicklungsfussball” durchzusetzen. Anfangs gab es echte Schwierigkeiten – vor allem mit den Eltern.
    Aber wie ihr auch mehrfach gesagt habt – Gutes braucht eben seine Zeit!
    Es hat mich extrem viel Zeit, Aufwand und Überzeugungsarbeit gekostet, aber ich muss sagen, dass die Entwicklung der Kinder im Moment einfach nur überragend ist. Alle Kinder entwickeln sich gleichmäßig und sind mitlerweile auf einem nahezu identischen Level angekommen! Das macht richtig Spaß und ist auch definitiv ein viel größeres Erfolgserlebnis, als irgendein Spiel/Turnier in diesem Bereich zu gewinnen!
    Also das ist wirklich genial!

    Jetzt aber zu meinem Anliegen.

    Als ich die Mannschaft damals übernommen habe, gab es nur ein Ziel für die Jungs – jedes Spiel zu gewinnen. Durch die neuen Regeln und die Philosophie von euch wurde dieser Gedanke natürlich erstmal entschärft. Oftmals habe ich auch vor den Jungs davon gesprochen, dass sie viel ausprobieren sollen und es nicht immer nur darum geht zu gewinnen, sondern sich mit gutem Fußball bestmöglich zu verkaufen.
    Leider kam es in der letzten Zeit häufiger dazu, dass die Jungs gerade bei Spielen gegen schlechtere Gegner nicht viel Kampfgeist und Siegeswille entwickelt haben. Es hat sich son bisschen der Gedanke eingepflanzt, dass es vollkommen egal ist wie das Spiel ausgeht und man auch ohne vollen Einsatz zum Ziel kommt.
    Dadurch verkaufen wir uns in dieser Hinsicht immer öfters schlecht. Ich mache mir häufig Gedanken dazu, wie ich die Jungs trotzdem immer Top motivieren kann, sodass eben diese Einstellung nicht aufkommen.

    Habt ihr mit dieser, ich nenne sie mal “Ich brauch nicht immer alles geben”-Einstellung auch schon mal Erfahrung in einer Mannschaft bei euch gemacht? Wie seit ihr damit umgegangen oder wie würdet ihr damit umgehen?

    Letztendlich ist mir klar, dass es immer wieder Schwankungen bei den Jungs gibt. Und auch die Schule hat sicher enormen Einfluss auf die Leistungsbereitschaft der Jungs. Aber ich sehe diesen Trend jetzt schon seit ein paar Monaten, weswegen ich einfach auf der Suche nach ein paar nützlichen Tipps bin.

    Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein Feedback geben würdet. Sicherlich bringt mich das wieder ein Stück weiter!

    Mit sportlichen Grüßen
    Timo Surmann

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Timo

      zunächst mal vielen Dank für den Zuspruch, das freut uns sehr!

      Nun zu deinem Anliegen: Wenn es generell um die Einstellung geht, dann darf und sollte der Trainer ruhig auch mal Druck aufbauen dürfen. Es geht ja hier nicht um das Ausprobieren von Technik oder Taktik oder um das Weiterentwickeln – sondern es geht um die Basis allen fußballerischen Handelns, nämlich Einstellung und Leidenschaft. Die Kinder dürfen Fehler machen, sie sollen sich ausprobieren. Aber dabei müssen sie natürlich ihr Bestes geben und immer versuchen, an ihre Leistungsgrenze zu gehen. Wenn dann etwas nicht so rund läuft, dann ist es o.k. und man sollte versuchen, mit dem Spieler den Fehler gemeinsam zu beheben. Aber er sollte weiter motiviert werden, es wieder zu probieren…so lange bis es klappt!

      Wenn aber die Fehler entstehen oder einfach nicht gut gespielt wird, weil die Spieler unmotiviert sind oder “gerade keine Lust haben”, dann darf wie gesagt natürlich Druck aufgebaut werden. Denn man darf unsere Trainingsphilosophie nicht mit “Streichelzoo” verwechseln. Natürlich müssen die Kinder immer Gas geben und sich reinhängen. Das fordern wir auch permanent von den Kindern, ohne aber die Kinder zu beleidigen o.ä. Wenn wir dann im Spiel gegen v.a. schwächere Gegner merken, dass sie keine Lust haben, den Gegner nicht ernst nehmen oder ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen, dann darf man die Spieler ruhig darauf hinweisen, dass man damit nicht einverstanden ist. V.a. die Halbzeit in der Kabine eignet sich dafür gut. Mögliche Konsequenzen: Auswechslung, Zeitstrafe von 2 Minuten für den eigenen Spieler ohne einen anderen dafür einzuwechseln und das gute alte Straftraining kam auch bei mir schon mal zum Einsatz (das war aber ein extremer Disziplinverstoß einer ganzen Spielergruppe!).

      Eine andere Möglichkeit vorab im Sinne einer Prävention vor Spielen gegen vermeintlich leichte Gegner wäre es, den Spieler neue Herausforderungen zu geben. D.h. ein neues System ausprobieren, dass sie noch nicht kennen und erst am Spieltag in der Kabine kurz davor an der Taktiktafel das erste Mal sehen. Oder Tore dürfen erst erzielt werden, nachdem die Spieler den Ball in die Box neben dem Strafraum gespielt haben, oder im Spielaufbau in der eigenen Hälfte mit max. zwei Kontakte oder vielleicht sogar direkt spielen (was gerade in jungen Jahren Fehler provoziert) und und und…ich denke da gibt es viele Möglichkeiten. Aber Vorsicht: es sollte jetzt natürlich keine Überforderung stattfinden. Aber ruhig mal mutig sein und austesten. Hinterher würde ich den Spielern dies auch erklären, warum man so spielen hat lassen. Denn in der Regel finden sie es natürlich nicht so klasse und sind dann wieder froh, ihr gewohntes Spiel spielen zu dürfen. Da geht es also auch um Wertschätzung und um Bodenständigkeit, auch in Spielen gegen schwächere Gegner immer sein Bestes zu geben. Schon alleine aus Respekt gegenüber dem Gegner.

      Ich hoffe, ich konnte dir da ein wenig weiterhelfen. Und ich kann dir sagen: diese kleinen Probleme haben wir auch tagtäglich in unserer Arbeit mit den jungen Kickern. Und auch wir müssen uns immer überlegen, wie man das ändern kann. Dabei machen auch wir Fehler und so manches hat sich als völlig ungeeignet herausgestellt. Und daraus müssen wir auch lernen, um noch bessere Trainer zu werden. Also probiere was aus!

      Viele liebe Grüße

      Michi

      Reply
  5. Günter Arlt

    Auch ich bin der festen Überzeugung, dass man nicht schon in der F Jugend Spezialisten fuer Ecken, Freistoesse, Einwürfe u.s.w. herausbilden kann. Alle anderen dürfen dann den Einwurf wie ein Segelflieger ausführen, ohne daß der falsche Einwurf korrigiert werden muss. Man kann sich ja als Trainer oder Betreuer nicht auch noch um die Regeln kümmern.
    Will man diesbezüglich mal helfen,kennt man die Regeln natürlich aus dem FF ohne sie im entferntesten anzuwenden.
    Gegen die nicht gesicherten Tore wird auch nichts unternommen, wir hoffen mal,dass nichts passiert.
    Ich wünsche allen eine schöne Sommerzeit

    Reply
  6. Susi

    Hallo

    Dein Beitrag ist toll, das es leider immer noch so ist stört mich persönlich sehr.
    Beispiel: Mein Sohn ist im November 2008 geboren und darf nicht mehr bei den Bambinis mitmachen,das ist Schade denn erstens er ist In der Körperlänge sehr klein und sieht statt 7 wie 5 aus und ist bei der F-Jugend definitiv zu klein gegenüber den anderen und deswegen sitzt er meistens aufm Bank.
    Zu dem macht es keinen Spass mehr wenn er körperlich den anderen unterliegen ist, aber bei den Bambinis sind alle seine Klassenkameraden,Freunde und da kann er mithalten.
    Meine Frage ist ob er eine Sondergehnemigung wegen seiner Grösse bekommen würde um bei den kleinen weiterhin mitmachen zu dürfen anderfalls will er nicht mehr spielen, da es kein Spass mehr macht sondern richtig Ernst ist.

    Gruss Susi

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Susi

      das kann ich Ihnen leider nicht 100% sagen. So viel ich weiß, geht es, wenn ein ärztliches Attest vorliegt über die Tatsache, dass er körperlich noch nicht so weit ist. Ob das auch bei einem 7 jährigen Kind so ist, kann ich Ihnen nicht sagen. Da müssen Sie beim Verband anfragen.

      Aber schade, dass es in Ihrer F-Jugend Mannschaft hierfür keine interne Lösung gibt.

      Viele Grüße

      Michi

      Reply
      1. Jörg

        Hallo.
        Bei den Bambini gibt es keine Spielerpässe, wie bei der F-Jugend, sodass wir Kinder, die in ihrer körperlichen Entwicklung noch nicht soweit sind, ein weiteres Jahr bei den Bambini haben mitspielen lassen. Wenn der Geburtstag auch noch im letzten Quartal des Jahres ist kann man ruhigen Gewissens das Kind noch in der unteren Jahrgangsstufe spielen. Ist aber nur meine persönliche Einschätzung und wurde auch schon so praktiziert. Damit diese Kids weiter dranbleiben und nicht die Lust verlieren.

        Grüße

        Jörg

        Reply
  7. Sigi

    Hallo

    Den Beitrag fand ich, wie diverse vor mir, ebenfals sehr gut!

    Mein Sohn spielt aktuell in der F-Jugend, was ihm auch sehr viel Spaß macht! Nun haben auch wir ein Problem, was eventuel auch schon ein par Andere gehabt haben.
    Die Manschaft ist eher leistungsorientiert.
    Die Trainer der Mannschaft sind 2 Väter und die Hauptrainer sind der Opa und der Vater von dem vermeintlich bessten Spieler! Ich denke mal das ich das Problem bereits mit diesen sätzen beschrieben habe.
    Ich beschreib es Trotzdem noch mal genauer:
    Es wird keine Rotation der Position der Spieler angewand. Sagt man das dem Trainer so wird es abgewimmelt mit der aussage ” Das stimmt nicht”
    Der Vermeintlich beste spieler spielt im Mittelfeld (Mitlere position) und darf sich auf dem ganzen Feld kommentarlos austoben!
    Des weiteren gibt es 2 weiter spieler die als sehr gut bewertet werden (egal ob die gerade gut sind oder nicht). Die 3 besten Spieler werden kaum ausgewechselt wodurch für die restlichen Spieler (insgesamt 7 auf dem Feld und 3 ersatz) nur ein sehr geringe einsatz Zeit überbleibt!
    Es wird im grunde genommen eine passende Manschaft um den vermeintlichen besten Spieler zusammengestellt, was natürlich zu sehr viel Unmut in der Manschaft führt!

    Ich und ein weiterer Vater haben das den Trainern versucht zu erklären, mit dem Ergebniss das unsere beiden Jungs höchst warscheinlich demnächst rausgeckikt werden! Machen die es Richtig (also die Trainer)? Eventuel kammen wir mit falschen Argumenten. Was hätten wir den sagen sollen?

    Gruß Siegfried

    Reply
  8. Florian

    Hallo Michi,

    klasse Bericht. Ich habe das Glück, dass Verein, Trainer (ich) und Eltern überhaupt kein Ergebnisstreben haben und sich wirklich nur um den Spaß der Kinder sorgen. Es geht uns allen um Freude, Bewegung, Sozialisierung, Konfliktsituationen und natürlich auch die fußballerische Ausbildung.

    Ich kann aber absolut nachvollziehen, was du über das “einfache” Gewinnen schreibst. Wir sind eine im Juni neu gegründete F-Jugend (jüngerer Jahrgang) und sind leider in der falschen Staffel (ältere Jahrgänge) eingruppiert worden. Die Ergebnisse sind verheerend – die Eltern und Kids halten toll mit, ab so richtig Spaß macht das auf Dauer auch nicht. Ich haben den Kindern die Sommerferien konsequent dazu gebracht sich den Ball seitlich (über außen) vom Torwart abzuholen, und wollte so vermeiden, dass die Bälle rausgepeitscht werden. Leider ist es aufgrund unserer Staffel nicht mehr möglich im Spiel dieses Prinzip beizubehalten: ehe der Ball von unserem Spieler kontrolliert wird, sind die gegnerischen älteren Spieler zur Stelle und holen sich (meist) mühelos die Pille. Ich musst daher unserem Torwart sagen, dass er die Bälle zunächst möglichst weit vom Strafraum entfernen muss. Nach vier Spielen hatten wir bereits 2:68 Gegentoren. Selbst wenn die Kinder eine Halbzeit gegen ein komplett älteres Team grandios ein 2:0/3:0 erkämpfen (Angriffe unsererseits sind Mangelware), wird das Team in der zweiten Hälfte chancenlos überrannt.

    Gegen gleichaltrige Teams hingegen sind die Spiele meist ausgeglichen – klar, es gibt immer Mannschaften, die schon viel weiter sind. Aber die Kinder merken, dass sie Erfolgserlebnisse im 1:1, im Spiel noch vorne und nach hinten und über die gesamte Zeit haben.

    Wo ich (als guter, überregionaler Amateurspieler, aber unausgebildeter Trainer) ein wenig ratlos bin, ist wie man U8-Kindern das Spiel nach vorne vermittelt, sprich, die richtigen Lauf- und Passwege. Wir waren so sehr darauf fokussiert, den Kinder zu erklären, wie wir in der Defensive spielen, dass wir noch keine Zeit hatten, um über das Offensivspiel nachzudenken. Ich kenne natürlich dutzende Offensivspielübungen aus meiner aktiven Fußballzeit, möchte die Kinder aber nicht mit Übungen über 3 Stationen belasten. Habt ihr da Erfahrungswerte, wie viele Stationen U8-Kinder “verstehen” können?

    Lieben Dank
    Florian

    ps. Wir überlegen aus der Staffel auszuscheiden und für die Rückrunde uns ausschließlich gleichaltrige Freundschaftsspielpartner zu suchen. Ich halte dies (wenn auch entgegen den Sinn einer Staffel) als zielführender für die Kinder, als am Ende der Saison mit über zweihundert Gegentoren dazustehen und selbst nur gefühlte 10 Angriffe zu haben…

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Florian

      das ist natürlich wahnsinn. Aber das geht vielen Teams so. Das Problem ist jetzt nicht das gezielte offensive Training in dieser Altersklasse. Die Kinder sollen ja hier bitte einfach ihre Dribblings, Tricks und Torschüsse ausprobieren. Das können sie einfach nicht, aufgrund des körperlichen Unterschieds kommen sie gar nicht dazu. Sie sind ja fast nur in der Defensive. Daher hast du wohl ganz automatisch verstärkt die Defensive trainiert.

      Das Problem ist nicht das fehlende offensive Training. Das Problem ist die Zuteilung in dieser Liga. Such dir gleichstarkte und körperlich ähnlich starke Freundschaftsspielgegner – du wirst sehen, wie dann der offensive Fußball funktioniert.

      Viele Grüße und alle Gute

      Michi

      Reply
  9. Christian

    Ich kenne Jugendspieler, welche deutlich kleiner sind als der Rest des Jahrgangs und trotzdem allen anderen Spielern am Ball weit überlegen sind. Genauso haben wir groß gewachsene Spieler, die weder den Ball noch ihren eigenen schnell gewachsenen Körper richtig unter Kontrolle bringen können. Wir haben Januarkinder, welche kleiner sind als Novemberkinder. Da ist eben immer alles drin und hängt stark von den Genen ab. Nicht zuletzt stelle ich immer wieder fest, wenn Eltern sportlich aktiv sind, dann sind die Kinder meistens bessere Fußballer.

    Trotzdem finde ich deine Idee mit der Rotation sehr interessant. Auf jeder Position kommt irgendwann Langeweile auf, wenn keine Konkurrenz da ist und mit der Rotation könnte man das verhindern!

    Reply
  10. Matty

    Hallo zusammen,
    ich arbeite gerade mit Kindern in der D2. Das sind die Kinder die es nicht in die Erste geschafft haben
    und in der E durch das Raster gefallen sind. Für mich ist es eine Aufgabe in einem neuen Verein mit festen Strukturen. Die Hälfte der Kinder verfügt über viel Eigenmotivation die andere Hälfte über wenig. Die Kinder die das Training im Schongang runter spülen und sich im Spiel für die Drecksarbeit zu schade sind und deren Anspruchsdenken leider viel größer ist als das der anderen muß ich nun mit der gleichen Intensität betreuen wie die fleißigen? Habe ich nicht als Trainer auch eine Verantwortung dem Verein gegenüber Zeit und Mittel so einzusetzen, dass die gute Hälfte der Spieler wieder an die Leistungsdichte der anderen herangeführt wird? Bleiben nicht in jeder Spielklasse Kinder auf der Strecke die sich eigentlich gar nicht anstrengen mögen? Wenn ein Kind nach 2 oder 3 Jahren mit dem Blockflötenunterricht wg. Unlust aufhört kräht kein Hahn danach und wir machen ein Riesenfass auf weil Kinder in der F – Jugend in den Verein gegeben werden damit sie “aufgeräumt” sind? Ich hatte es mit Kindern zu tun die den Suicid des Vaters wg. Alkoholkrankheit verarbeitet haben, Kinder die unter Hochbegabung leiden, Kinder mit ADHS, Kinder die ein Flüchtlingstrauma verarbeiten und kein Wort Deutsch sprechen, Kinder die die Trennung ihrer Eltern verarbeiten und wie werden wir als Trainer darauf vorbereitet? Du kannst dem nicht allen gerecht werden. Es muß dem Trainer auch Spass machen sonst finden die Vereine bald keine Ehrenamtlichen Helfer mehr die es mit der Ausbildung der Kinder wirklich aufnehmen. Wir Trainer können nicht als die Ersatzbank des Elternhauses fungieren. Selektion findet immer statt, im Kindergarten , Schule, Freundeskreis usw. Natürlich ist es lobenswert wenn Trainer Zeit und Mühe aufwenden um schwächere Kinder zu motivieren und auszubilden.
    Aber die Zeit fehlt dann irgendwo anders.

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Matthias

      jetzt sprechen Sie aber einen ganz wichtigen Punkt an, der immer natürlich als Voraussetzung zu gelten hat: Die Jungs müssen das wollen. Leistungsorientierte Selektion soll ja auch stattfinden, die Frage ist nur wann. Ende D-Jugend und Anfang C-Jugend sollte dies dann auch erfolgen, um alle Spieler sinnvoll zu fördern. Bis dahin sollte aber eine gute Mischung erfolgen. Meist wird halt nur nach stark und schwach getrennt. Schwach verliert dann oft alles und hört ganz auf. Hier wird also früh schon in der F-Jugend der Spaß genommen. Und Teambuilding findet so auch nicht statt. Und bis dahin sollte mal erst versucht werden, alle einzubauen und als Trainer die Entwicklung aller Spieler vorantreiben.
      In Ihrem konkreten Fall stellt sich die Situation so dar, dass die Spieler wohl gar keine Lust auf Fußball haben. Verstehe ich das richtig? Sie sind wohl nur da, weil die Eltern froh sind, wenn mal Ruhe ist. Das darf natürlich nicht sein. Generell nicht im Leben. Die Spieler müssen gerne kommen und sich verbessern wollen. Die Einstellung muss stimmen, ansonsten macht es keinen Sinn. Wenn Sie in der D-Jugend zwar alles versucht haben und die Kinder nicht mehr überzeugen können, dann macht nur noch ein Gespräch mit den Eltern Sinn. Dort muss das Problem erklärt werden und fertig. Die Kinder in diesem Fall nochmal leistungstechnisch und einstellungstechnisch zu trennen, verlagert ja nur das Problem. Wenn ein Kind nicht will, dann muss es mit Fußball aufhören. Da stimme ich mit Ihnen überein. Ich würde also mit den Eltern sprechen und die DInge klären. Vielleicht löst sich vielleicht dann das eine oder andere.

      Viele Grüße

      Michi

      Reply
  11. Tom

    Hallo,
    ich habe die ganzen Einlassungen zu dem Thema mit großem Interesse gelesen. Ich stehe wie anscheinend viele hier vor einem ähnlichen Dilemma. Ich trainiere ein U13 mit 12 ganz guten Kickern und 3 Kickern, die deutlich abfallen. Ich kann nicht sagen, dass die 3 nicht motiviert sind, es mangelt aber an Schnelligkeit in Körper und Kopf, Ausdauer und technischen Fähigkeiten. Der Unterschied zu den besseren Kickern ist wirklich groß. Da wir noch auf einem 9er Feld spielen, habe ich nun oft das Problem, was ich mit den Drei mache.
    Grundsätzlich nehme ich immer alle mit, da das REgelwerk das auch her gibt. Gegen schwächere Gegner bei eigener Führung habe ich die drei immer wieder eingewechselt, bei starken Gegner traue ich mich das aber in der Regel nicht, da ich den Jungs auch nicht zumuten möchte, für das dann eventuell passierende Gegentor verantwortlich gemacht zu werden.
    Ich möchte hinzufügen, dass wir vor 2 Saisons abgestiegen sind, in der letzten Saison wieder aufgestiegen sind und in der aktuellen Saison als Aufsteiger zwischen Platz 1-3 pendeln. In der Abstiegssaison war die Stimmung extrem schlecht, momentan natürlich nicht. Teile meiner Jungs sind schon sehr ehrgeizig.

    Ich bin nun von 2 Eltern der drei schlechteren Kicker angesprochen worden: Wenig zu spielen oder eventuell auch gar nicht zu spielen stößt verständlicherweise auf wenig Gegenliebe. Andererseits glaube ich, dass durch die Jungs verschuldete Niederlagen auch nicht gut sind.

    Ich weiss mir momentan keinen Rat, meine Gefühl sagt mir, dass die drei sich lieber einen anderen Sport aussuchen sollten, da ich nicht glaube, dass sich noch eine Entwicklung einstellt. Andererseits spätestens auf dem 11er Feld müssen wir mindestens 15 sein, dann bräuchte ich die Jungs doch. Wobei ich mir da momentan auch noch die Phantasie fehlt.

    Über Kommentare und Gedanken aller Art bin ich dankbar.

    Gruß, Tom

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Tom,

      Vorschlag: Ich würde die Jungs noch nicht aufgeben. Wer weiß, ob sie sich nicht doch so entwickeln, dass sie mir dann auf dem 11er Feld nicht auch weiterhelfen können. Sie werden wahrscheinlich keine Leistungsträger mehr, aber ein leidenschaftlicher, solider Spieler, der relativ wenig Fehler macht würde schon passen. Dafür müssen sie jetzt spielen dürfen. Also so oft es geht, sie integrieren. Es müssen ja nicht immer alle drei zeitgleich spielen. Ihr dürft so oft wechseln wie ihr wollt?
      Wenn ja, dann würde ich schauen, dass immer einer spielt. Auch gegen starke Mannshcaften, denn noch sollte die Ausbildung der Spieler im Vordergrund stehen. Zusätzlich würde ich wieder Freundschaftsspiele unter der Woche regelmäßig anbieten. Hier sollen sie dann viele spielen dürfen. So bekomme ich es neben dem Training vielleicht hin, dass sie sich in ihrer Leistungsfähigkeit annähern und die Schere geringer wird. Ich werde sie nicht mehr schließen können. Das ist auch klar. Aber ich kann die Schere kleiner machen und so für weniger Unzufriedenheit auf beiden Seiten sorgen. Und natürlich gilt: ein harter Weg!
      Also Freundschaftsspiele vereinbaren und, wenn dies möglich ist, diesen Kindern noch ein Zusatztraining ans Herz legen. So wie wir in der MFS ein Fördertraining haben. Vielleicht gibt es sowas in der Nähe.
      Denn bald brauchst du sie. Dann lohnt es sich doch..

      Ich hoffe, dass ich helfen konnte.
      Viele Grüße

      Michi

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  12. Julia

    Hallo Michi,

    als ich deine erste und die nachfolgenden Kommentaren gelesen habe, dachte ich, du sprichst mir aus der Seele. Mein Kind spielt seit dem 4. Lebensjahr Fußball. (Er ist jetzt 8) Der erste Trainer sagte, er sei talentiert. Er ist ein sehr begeisterter Fußballer. Beim Training und Spielen dürfen wir nie fehlen. Auch wenn es inzwischen 3mal die Woche trainiert wird und oft beim Regen und in der winterlichen Kälte draußen. Er ist jetzt in der F1 Jugend. Dass er mit Fußball sehr gut umgehen kann, ist nicht zu bezweifeln. Auch beim Training darf immer er, die eben erklärte Übungen zu zeigen. Beim Spiel ist er aber etwas schüchtern, den Ball wegzunehmen oder sich bis zum Tor durchzuschlagen. Er traut sich selten. Er überblickt aber sehr gut den Fußballfeld und macht die meisten Goalpässe. Wir haben einen neuen Trainer, der ihn immer auf dem Sitzbank verweilen lässt. Somit hat er zu wenig Zeit, Erfahrungen auf dem Spielfeld zu sammeln. Aufgestellt sind immer die Kinder, die weitgehend nicht so gute Fußballtechnik besitzen aber sehr durchsetzungsfähig sind und die meisten Tore (im Alleingang) kassieren. Und natürlich der Sohn der Trainers, der meines Erachtens nach auch nicht so gut kicken kann. Ich weiß nicht was wir machen sollen. Beim Trainer meckern will ich erstmal nicht. Ich weiß nicht ob das gut ankäme. Die Mannschaft zu wechseln kommt unserem Sohn nicht in die Frage, er ist sehr loyal. Außerdem man weißt ja auch nicht, ob es in einer anderen Mannschaft besser wäre und hier spielt er ja schon seit 4 Jahren, das gibt man nicht so leicht auf. Ich möchte aber nicht, dass er die nächsten Jahre auf dem Sitzbank verbringt und damit die kostbare Zeit für Sammeln von Spielerfahrung verliert. Kann man den Mut/Selbstbewusstsein/Selbstbehauptung oder was auch immer beim Fußballspiel noch weiter entwickeln? Was müssen wir dafür tun? Gibt es z.B Einzeltrainingsangebote oder sollen wir abwarten was die Zeit mit sich bringt? Unser Verein hat eine Philosophie, die deiner Beschreibung gleich ist. Auch die bisherigen Trainer haben diesen Weg verfolgt. Es ging nicht um die Tabelle, sondern um Spaß und Lernen. Aber dem jetzigen Trainer geht es wohl um Ergebnisse. Er scheut sich auch nicht, die Kinder blöd anzureden, wenn sie verlieren. Und dem Verein mangelt es an ehrenamtlichen Trainer…
    Vielen Dank im Voraus und beste Grüße
    Julia

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    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Julia,

      natürlich eine schwierige Situation. Der Konflikt für dich ist ja schon da: Nix sagen und hoffen, dass es besser wird. Oder die Dinge offen ansprechen und riskieren, dass er dann gar nicht mehr spielt.
      Fakt ist: er muss spielen. Wenn er ein oder zwei Jahre in diesem Alter auf der Bank sitzt und nur punktuell als Ergänzungsspieler zum Einsatz kommt, ist das verlorene Zeit, die sich kaum mehr einholen lässt. Er muss nicht nur Erfahrungen sammeln, sondern sich im Spiel ausprobieren dürfen. Technik, Tricks etc. muss er ausprobieren dürfen. Nur so wird er zu einem wirklich guten Kicker. Das Spiel muss in diesem Alter als ein weiteres Training angesehen werden. Möglichst viele Ballkontakte müssen her. Natürlich gibt es die Möglichkeit durch zusätzliches Förder- oder Einzeltraining vieles zu kompensieren und so zu hoffen, dass er beim nächsten Trainer wieder spielen darf. Das kann ich aber schwer beurteilen. Ich würde zunächst noch ein wenig abwarten. Wenn es aber in den nächsten zwei Monaten nicht besser wird, würde ich das Gespräch mit dem Trainer suchen. Und hier würde ich nichts kritisieren. Sondern ihn nur fragen, wie er denn Euren Kleinen sieht und ob er demnächst mehr zum Zug kommen wird. Wenn dies nicht der Fall ist, dann würde ich mich nach Alternativen umschauen. Das muss er ja nicht wissen. In Probetrainings und Gesprächen lässt sich schon eine Tendenz erkennen, wie ein anderer Trainer denkt. Denn er muss spielen, das ist das WIchtigste.

      Viele Grüße

      Michi

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  13. Peter

    Hallo Michi !

    Grundsätzlich gebe ich dir recht, jedoch kann man das ganze Thema nicht immer auf alle Mannschaften
    bzw. Spieler anwenden.
    Man kann sich bei den Spielen immer etwas helfen, sodass jeder seine Einsatzminuten bekommt.
    Bei der U9 – U12 (glaube in Deutschland F und E-Jugend) sind doch meistens die Spiele schon in der Halbzeit entschieden (entweder führt man hoch oder man ich hoch hinten). So kann ich man leicht
    alle Spieler einsetzen.
    Auch hat fast jede Mannschaft 2-3 Leistungsträger in der Mannschaft – rund um diese Spieler kann
    man immer auswechseln.
    Bei uns wurde auch immer der Tormann als erstes kritisiert. Ich habe dann beim Torschusstraining
    bzw. bei den Trainingsspielen immer einen anderen Spieler ins Tor gestellt. Seitdem ist unser Tormann
    kein einziges mal mehr kritisiert worden.
    Bei den fixen Positionen muss ich dir recht geben. Der der glaubt unbedingt ein Stürmer zu sein, den
    sollte man ruhig in die Abwehr stellen und umgekehrt. Die Kinder lernen viel besser wenn sie die andere
    Seite auch kennen.
    WICHTIG: Die Jungs und Mädels müssen eine eingeschweißte Einheit sein, dann gibt es keine Schuldzuweisungen – mit kleinen Fußballcamps (2-3 Tage) kann man das sicher festigen.
    Wenn ein neuer Spieler kommt, dieses sofort integrieren. (So hört man auch nicht – ja ja der Neue ist schuld)

    LG Peter

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  14. Sky

    Servus,
    ich habe ein Anliegen: mein Sohn spielt derzeit in Berlin in der U8. Die Mannschaft ist talentiert und sie haben auch schon Turniere gewonnen, bei denen Hertha BSC, Union, Viktoria etc zu Gast waren.
    Seit einigen Monaten kommt vom Trainerteam aber immenser Druck auf die Jungs (und auch auf die Eltern). Ausnahmslose Bereitschaft, Verzicht, Aufopferung etc wird verlangt. Ostern zu Opa fahren? warum das denn. Geburtstagseinladung annehmen? “dann lässt du die Mannschaft im Stich”.
    Des weiteren schreibt der Trainer Spielberichte in einem – für jedermann zugänglich – Blog. Liest man sich dort die Bericht durch, würde man denken, das Team wäre die totale Gurkentruppe (das Gegenteil ist der Fall). Im Sommer kommt das Team in die E2. Der Trainer hat nun beschlossen, auszusieben. Gnadenlos. Die Jungs spielen seit der G-Jugend zusammen (länger als der Coach im Verein ist). Er hat eigenmächtig die Mannschaft in der Leistungsklasse 1 angemeldet (Hertha, Dynamo, Union etc). Sprich, jede Woche sehr dicke Brocken. Das wird dann noch mehr Druck geben. Des weiteren hat der Coach seine Lieblinge (“Kernspieler), die sich Fehler erlauben dürfen, nie ausgewechselt und auch sonst protegiert werden. Seine Aussage war, dass “der DFB die Direktive ausgegeben hat, dass Spieler nach gemachten Fehlern ausgewechselt werden soll”. Stimmt das wirklich?
    Ich bin derzeit sehr unschlüssig, ob ich guten Gewissens meinen Jungen ihm anvertrauen kann. Gerade im Mannschaftssport sollten die Kinder doch Elemente wie Wertschätzung, wichtiger Bestandteil, Verantwortung, Rolle, mutig sein, gleichwohl auch Fehler können (eigentlich MÜSSEN).
    Mein Gefühl sagt mir, dass der Trainer nicht für Jungs in diesem Alter geeignet ist.
    Was sagst Du?

    hier ein kleiner Auszug aus dem Blog:

    “Man spürt, dass die Mannschaft gehemmt ist
    Vielleicht spüren sie, dass die Mannschaft eine schwere Phase durchläuft, dass eine seltsame Unruhe in sie hinein getragen wird. Wie kann man ihr helfen und den Kindern etwas Gutes tun, damit sie den Kopf frei bekommen? Die Planungen für die kommende Saison laufen, wir müssen uns neu aufstellen, die grundsätzliche Idee überdenken, weshalb wir zusammen Fußball spielen. Das Spiel ist nicht mehr das gleiche wie noch vor einem Jahr.

    Die Entwicklung im zweiten F-Jugend-Jahr ist enorm. Aber nicht jeder Spieler entwickelt sich gleich schnell. Fatal, denn Spiele werden mittlerweile durch kleinste Fehler entschieden. Ein kleiner Fehler an der falschen Stelle, und ein Team büßt schwer dafür. Es muss sich doppelt und dreifach anstrengen, um den Fehler wett zu machen. Das war vor einem Jahr noch anders! Da bestand das Spiel aus einer Vielzahl von kleinen Fehlern, und sehr gute Einzelspieler profitierten davon, nutzten ihren Leistungsvorsprung gnadenlos aus. Doch dieser schrumpft zunehmend zusammen, wenn der Gegner ein homogenes Team aufbietet und kaum Schwachstellen zeigt. Anders herum gesagt: Offenbart man selber Schwachstellen, gerät man schnell ins Hintertreffen und der Gegner hat es leicht.

    Wir müssen einsehen, dass ein zu großer, heterogener Kader mit zu großen Leistungsunterschieden der Spieler untereinander weder dem einen, noch dem anderen etwas nützt. Es ist an der Zeit, die Weichen so zu stellen, dass jeder Spieler sich in einem optimalen Umfeld und in einer ihm eigenen Geschwindigkeit entwickeln kann. Frei von jeder Eitelkeit müssen wir feststellen, dass es besser ist, einen bestimmten Leistungsgedanken aufzugeben, wenn das individuelle Potential nicht gegeben ist oder Teile der Mannschaft von ihm überfordert sind. Es macht keinen Sinn, etwas zu erzwingen. Wir können zwar weiterhin versuchen, das bestehende Potential zu fördern und auszubauen, aber erzwingen können wir eine Leistungsklasse nicht.

    Es steckt viel Zeit und Engagement in der Trainerarbeit, wir geben den Kindern nicht nur einen Ball und sagen, macht mal. Wir organisieren Turniere, wir bereiten Trainingseinheiten vor, wir beobachten Spieler, wir erledigen täglich anfallende Korrespondenzen, tauschen uns aus, knüpfen am Netzwerk, pflegen Listen, üben uns in Selbstkritik. Wir überlegen uns Strategien für die Zukunft, gehen zu Trainerfortbildungen und sammeln am Ende der Saison auch noch die Bälle ein, nur um sie am Anfang der nächsten wieder auszuteilen. Wir machen das alles aus Freude und Spaß an diesem Sport, wir bekommen dafür nicht einen Cent bezahlt, das ist zwar schade, aber auch nicht weiter schlimm, denn wir werden ja durch anderes entlohnt. Wir sind Teil einer Entwicklung, wir bauen zwischenmenschliche Beziehungen auf, wir freuen uns mit den Kindern, wenn sie Spaß am Spiel haben und gewinnen, es erfüllt einen zu sehen, wenn sie Fortschritte machen und immer besser werden und einen richtig guten Fußball spielen lernen. Genau das ist unser Lohn: Zu sehen, dass die Kinder lernen, einen richtig guten Fußball zu spielen!

    Um nicht anderes geht es generell beim Vereinsfußball, das sollte jedem klar sein. Es geht darum, einen guten und gepflegten Fußball zu spielen. Natürlich geht es auch um Freizeitgestaltung und erlebte Gemeinschaft, gegen sich selbst kann man schlecht Fußball spielen. Aber der Sport steht trotzdem an erster Stelle. Wer das anders sieht, sollte sich überlegen, ob er weiter im Verein Fußball spielen möchte. Man muss das nicht tun, wer es aber tun will, sollte sich zu diesem Grundsatz bekennen. Für dieses Ziel, das ein langer Weg ist, treffen wir uns so oft wie möglich zum Training und verabreden uns am Wochenende mit anderen zum Spiel. Spaß und Freude kommen dann von selbst auf, auf welchem Niveau auch immer, das ist relativ. Wer aber ein höheres Niveau anstrebt, wird dafür etwas opfern müssen. Er wird sehr viel Zeit und Freiraum opfern müssen, welche ohne Zweifel gut für anderes genutzt werden könnten. Aber ohne dieses Zeitopfer, ohne diese Kontinuität und ohne Anstrengung geht es nicht.”

    Reply
  15. Peter Maier

    Wir haben ein ähnlich gelagertes Problem. Unser Junge ist 6 und liebt Fussball. Deshalb sind wir for 4 Monaten einem Verein beigetreten in der es schon eine feste Mannschaft aus “guten” Spielern gibt. Beim Training werden die neuen aussortiert und müssen mit den Kleineren eines jüngeren jahrgangs trainieren während die guten alleine trainieren. Unser Junge fragt mich dann immer warum er nicht mit seinen Freunden spielen darf.
    Ich habe den Trainer darauf angesprochen und er erklärte mir das die Jungs (die sind im Schnitt 6 Jahre alt) am Wochenende ein wichtiges Spiel haben (von dem wir natürlich nichts wissen) und dafür trainieren müssen und mein Junge halt nicht so weit ist. Hinzu kommt dann auch noch das der Trainer das Mannschaftfoto nur mit den ausgewählten Spielern gemacht hat.
    Statt fördern werden die Schwachen aussortiert. Und das schon mit 6 Jahren. Absurd. Ich überlege ob der Kleine weiter dorthin gehen soll.

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    1. Michi Schuppke Autor

      Das ist natürlich verrückt. Der Junge soll spielen und Spaß haben. Wenn das hier nicht geht, dann würde ich immer um eine Alternative schauen. Dass dies mit 6 Jahren so ist, das ist absolut absurd. Da haben Sie absolut recht.

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    2. Sky

      es ist wirklich beeindruckend. wenn man hier die Beitrage der Autoren liest, hat man den Eindruck, als ob da jemand im letzten Jahr bei uns am Spielfeldrand gesessen hätte.
      Ich habe sämtliche Probleme von uns hier gefunden:

      stichwort: hauptsache gewinnen

      stichwort: selektion & aussortierung

      stichwort: gleichbehandlung

      stichtwort: richtiger umgang mit den kindern und eltern. Leitmotive der Trainer

      stichwort: E/F-Jugend: sich mit den Besten messen und in der stärksten Liga spielen?

      stichwort: nicht alle Kinder sind gleich – unterschiedliche Typen

      stichwort: alles Kuschelfussball?

      stichwort: Mehr Pädagogik für die Jugendtrainer?

      stichtwort: Gleichbehandlung von Jugendspielern im Verein

      stichwort: alles für den Sieg?

      stichwort: ohne optimale Raumaufteilung kein orentlicher Spielaufbau

      stichwort: Kleinfeldtaktigk – die optimale Freilaufbewegung

      stichwort: Kommunikation mit den Eltern

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  16. Tobias John

    Hallo, Sie schreiben mir aus der Seele. Mein Sohn ist 6 und jetzt neu in der F-Jugend. Als 12/2010 geborener ist er der Jüngste in einem Team mit Teils 1 1/2 – 2 Jahren älteren Spielern. Die Jungs können natürlich schon kicken, während meiner nur nebenherläuft. Er hat aber enorm Spaß am Fußball und möchte auch zu Hause immer spielen. Ich selbst merke natürlich enorme Fortschritte beim schießen etc. Die Saison hat gerade erst angefangen und bei einem Turnier mit 4 Spielen (á 40 min) hat er ganze 3 Minuten und am ersten Spieltag gar nicht gespielt. Er kam weinend zu uns, weil er nicht spielen durfte. Wir sind auch total verzweifelt. Es kann doch nicht sein, dass sein liebstes Hobby dadurch zerstört wird, dass er 4 Wochen zu früh geboren worden ist um Jahrgang 2011 zu sein. Es ist echt zum kotzen. Auch 2 andere haben gar nicht gespielt und 3 Kinder 2-10 Minuten. Den Trainern war es offensichtlich wichtiger das Spiel zu gewinnen, als allen Kindern die Möglichkeit zu geben auch mal ne Halbzeit zu spielen.
    Es tut mir echt leid und weh für meinen kleinen Kicker….

    Reply
  17. Memo

    Hi MFS, wie geht man eigentlich mit freundlichen und netten Jungkickern um (E-Jugend) die eigentlich keine Lust auf Fussball haben aber von den Eltern gedrängt werden im Verein zu bleiben. So nach dem Motto der Junge soll sich bewegen und neue Kumpels kennenlernen, da auf der Strassse oder Wiese kicken immer weniger wird. Leider leidet das Training im ganzen, da es schwierig ist unmotivierte Kinder für das Spiel zu begeistern. Eltern sind sehr stur und fordern auch Einsatzzeiten für Ihr Kind. Bei mir wird jeder zum Spiel eingeladen, wenn er zum Training kommt, jedoch fehlt mir bei diesem Jungen die Leidenschaft und der Wille. Wie würdet ihr es den Eltern am besten sanft erklären?
    Gruß,
    Memo

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo lieber Trainerkollege,

      Wir werden Ihre Anfrage bei uns im Blog beantworten.

      Vielen Dank und mit besten Grüßen

      Michael Schuppke

      Reply
  18. Soielermutti

    Hallo,
    leider kann ich Ihrem Bericht nur zustimmen. Mein Sohn (13) wurde in der letzten Saison (D-Jungend) in einen Bezirksligakader geholt und hat sehr viel Spielzeit bekommen, wurde mit dieser Mannschaft Meister und hat einige andere gute Titel oder Fizetitel mitgenommen. Von unendlich vielen Hallenturnieren war ein einziges Mal der schlechteste Platz 4. Nur den grossen Nachwuchszentren musste sich die Mannschaft geschlagen geben. Ein absolutes Team was mit Leistung, Spaß und Zusammenhalt, sowie Fairness überzeugen konnte. Jetzt sind die Trainer mit dem Kader in die C-Jugend gegangen, ebenfalls Bezirksliga. Mein Sohn spielt seit zwei Jahren in einem der Stützpunke, aber gehört eben zu diesen kleinen Jungen und körperlich unterlegenen Jungs. Sein Vereinskader wurde zur Hälfte aussortiert oder Vertrieben, meiner ist geblieben, da ihm Spielzeit usw. zugesagt wurden. Jetzt nach den ersten Saisonspielen, die der Junge nicht wirklich wie versprochen spielte sprach er das Thema bei seine Trainern an und bekam als Antwort wir spielen um den Klassenerhalt, du bist zu klein und jeder grossere Spieler überläuft Dich !!! Wir können Dich im Kader nicht so berücksichtigen wie Du Dir das wünscht !!! Ein Schlag ins Gesicht, denn er gilt als sehr talentiert, mit Übermaß an Fussballsachverstand und jeder Menge Disziplin ! Die Trainer sagten sogar er sein Vorbild was das Mannschafts- sowie Trainingsverhalten angeht. Jeder Trainer sagt das selbe über diesen Jungen ! Natürlich sah der Junge sich nach der Aussage der Trainer er sei zu klein vor einem Trümmerhaufen seiner mit Disziplin und Durchsetzungsvermögen erkämpften Fussballträume. Er hatte Angst aus dem Stützpunkt zu fliegen und das Selbstbewusstsein am Boden. Er beschloss den Verein zu verlassen, teilte dies den Trainern und auch dem Stützpunkt mit. Was er nicht wusste, das der Trainer des Stützpunkte alles anders sah als die Vereinstrainer. Der Stützpunkt sagt ganz klar wir sind hier um Talent zu fördern und das es das letzte sei ihn aufgrund der Körpergröße nicht zu berücksichtigen, da er mehr Vorzüge und Resourcen aufweist, welche darauf schließen lassen das er in den nächsten Jahren eine positive fußballerische Entwicklung durchlaufen wird. Der Junge hat sogar das Glück das ebenfalls ein anderer Verein diese Resourcen seit zwei Jahren für sich entdeckt hat und ihn deshalb jetzt in seinen Altjahrgang der Bezirksliga aufnehmen wird um das Talent, den Sachverstand und die Resourcen zu nutzen, anstatt den Spieler auf Körpergröße zu reduzieren. Also gibt es sie doch die Vereine Trainer und Mannschaften die neben den Stützpunken, ebenso Talent fordern und fördern im Vordergrund und die Nachteile eines Spielers in den Hintergrund stellen.

    Reply
  19. Karsten-H. Mundt

    Hallo Michael,
    Hallo an Alle,

    mit steigender Interesse habe ich die Beiträge gelesen und sie bestätigen meinen Eindruck bzw. meine Erfahrungen im Kinder- und Jugendfußball. In unserer heutigen Gesellschafft wird ein immer größerer Leistungsdruck aufgebaut und auf unsere Kinder projiziert: “Höher, Schneller, Weiter.”
    Wir vergessen dabei unsere Pflicht als Erwachsene unsere Kinder zu Begleiten und zu Leiten.
    Neben dem leistungsorientiertem Fußball/Sport gibt es immer noch den Breitensport, dem sich ja alle e.V.s verschrieben haben…
    Wie viele Väter bin ich auch in eine Trainer-/Mit-Trainer-Position gerutscht und ich habe mich für den Breitensport endschieden. Ein schwerer Weg, doch mag ich ihn, Eltern meckern, Vorstand baut druck auf… und am Ende freuen sich alle, wenn der Erfolg da ist, doch war es nie der Trainer…
    Mit sportlichen Gruß
    Karsten

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Karsten,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir wünschen Ihnen trotz aller immer wiederkehrenden Probleme weiterhin viel Freude und Erfolg bei Ihrer Trainertätigkeit.

      Viele Grüße

      Michi Schuppke

      Reply
  20. Martin

    Moin, es wird hier immer drüber geschrieben, dass vermeidlich schwächere Spieler Probleme haben. Ich kann es verstehen, dass man aber auch bei starken Spielern probleme in schwachen Mannschaften hat, die auch dazu führen über einen Wechsel nachzudenken.
    Unser Sohn wurde im Mai 2009 geboren.
    Mit 3 Jahren hat ihm sein Opa beigebracht den Ball wie ein Torwart aus der Luft wegzukicken. Da stand für ihm fest, er muss Fußballspieler werden. Da es aber für seinen Jahrgang kein Team gab und auch nicht der 2008, durfte er schon bei den 2007 mitmachen. Ein halbes Jahr später wurde dann ein Team der 2008 Angeboten. Hier durfte er dann auch mitmachen. Aus dem Team wurden dann 2 Mannschaften gebildet. Und unser Sohn, war dort ein sehr erfolgreicher Torwart. Im Training war er Anderen auch auf dem Feld überlegen, sodass er irgendwann zum Stürmer wurde, seiner Technik, dem hammer Schuss und die übersicht geschuldet. Allerdings durfte er nie in die erste Mannschaft aufrücken, weil er zu Jung sei, obwohl er oftensichtlich besser als einige andere Spieler der ersten Mannschft war. Es kam die Zeit, dass der Verein die Jahrgänge bereinigen wollte und die Mannschaft eine Ausnahmegenehmigung für unseren Sohn erfolgreich erzwungen hat, dass er in der Mannschaft bleiben durfte, weil er ein wichtiger Spieler sei. Nach einem unfreiwilligen Trainerweggang , dem wir folgen wollten, es aber nichts draus wurde. Sind wir wieder zurück gegangen. Die freude war bei den Trainerstab und den anderen Kindern gross und unser Sohn hat sich auch wieder erfolgreich integriert, aber unser Sohn durfte auch nach Monaten kein Spiel oder Turnier bestreiten. Die Mannschaften sind dann lieber mit nur 6 Spielern losgezogen. Wir haben uns darüber aber nur gewundert. Das Fass zum überlaufen hat aber eine Situation ausgelöst, dass unser Sohn, weil er eine Übung nicht mitmachen wollte, einfach nachhause geschickt wurde und wir labidar darüber per wattsapp benachrichtigt wurden. Es wurde sich nicht darüber informiert ob jemand zu hause ist. Somit haben wir selbst den Jahrgang bereinigt. Nun haben wir ein anderes Problem, diese Mannschaft hängt unserem Sohn um 2 Jahre zurück. Keine vernünftige Verteidigung und die Keeper sind auch noch weit weg von dem, was man erwarten könnte. Viele Spieler können den Ball nicht richtig annehmen bzw.in die Richtung schiessen, wohin sie eigentlich wollen, usw. Das ende vom Lied das unser Sohn bei zu starken Mannschaften ins Tor und sonst im Sturm , aber immer den weg zur Verteidigung, sodass er das ganze spiel überall sein muss. Was uns aber in der letzten Zeit aufgefallen ist, das die Qualität des Spiels unseres Sohnes stark nachgelassen hat. Wie kann unser Sohn dem entgegensetzen? Sind die vielen Mannschaftswechsel schuld, oder dass er im Training unterfordert und im Spiel überfordert wird? Ein Vereinswechsel ist für uns nicht unbedingt ein Problem, aber bei uns in den Ortschaften sind die Alternativen begrenzt oder zu weit weg. Ausserdem liegt der Sportplatz einen Steinwurf von zu hause weg.
    Gruss Martin

    Reply
  21. Nora

    Hallo,
    Im Jahr 2016, habe ich mein Sohn in ein Fußballverein bei uns im Ort angemeldet G-Jugend da war er 6Jahre alt..2Monate später wurde mir angeboten ob ich die 25 Kinder als Co-Trainerin trainieren möchte?!. Ich selbst habe in meiner Jugendzeit 8Jahre in Verein gespielt..da die Kids sehr jung waren, war es mir wichtig das Sie sich als Team akzeptieren und nicht hartchor Training wie dass meine Kollegen praxestierten auch auf zubauen.., es hat genau 6Monate gebraucht aber die sind zusammen gewachsen und es hat sehr viel Spaß gemacht mit den Kindern aber da hörte der Trainer und ich stand dann auf dem Platz ganz alleine mit 25 Kindern, war ganz schön anstrengend!. Eigentlich, finde ich das die Eltern sehr viel raus nehmen und der Verein teilweise sich zurück zieht und an den Trainer verweist! Das dann natürlich auch eine sehr große Belastungsprobe dem Trainer wird ist wohl klar!!.. ich wollte nur noch als Mama am Spielrand sein und kurze Zeit später hatten wir zwei Jungs die das Training bzw. Trainer wurden..hochgestiegen auf F2, alles super und habe die jungen Trainer soweit wie es geht unterstütz aber dann fiel es mir auch auf das die Mannschaft leider diesen Zusammenhalt zerbrach,- immer und immer wieder hörte ich von vereinzelten Kindern das Sie mit dem Verlierer im Team nicht zusammen spielen wollen, sogar mein Sohn der mittlerweile 7Jahre alt ist diese mehrmals geäußert hatte! Ich war enttäuscht und gleichzeitig buff, denn All die Mühe um sonst!!!! Die jungen Trainer sortierten beim jeden Spiel die schwachen aus und nur die Besten wurden aufgestellt,- die Eltern wurden sauer und das auch zwischen denen auch eine Diskussion bestand war klar!- Also wurden mehrere Beschwerden ans Verein schriftlich geschickt,- das Ende,- die jungen Trainer wollten nicht mehr und jetzt hat die F2 keinen Trainer!!.. Bin sowas von enttäuscht warum nur der ganze Stress???!!!!.. Ich finde das wir erfahrene Trainer brauchen und zum weiterem sollten die wenigstens dafür belohnt werden ein kleines Geld monatlich würde doch der Verein sich leisten können und auch die Trainer binden aber leider tut es wohl kein Verein!!/ zuletzt, habe ich mich wiedermacht zu Verfügung gestellt und trainiere die Kids wieder aber es kann doch nicht sein das die Kinder nach den Schwächen eingestuft werden und ich denke wenn sie einen Vorbildlichen Trainer zur ihrer Seite hätten, dann würden die Kinder alles mit Spaß bewältigen und ohne das einer ihn als schlechter Fußballer bezeichnet!!!-.. Ich wollte das mal los werden und hoffe, ihr wisst was ich meine!!.. Kinder sollen Spass haben und durch Spaß lernen Sie Fußball zu verstehen und zuletzt: ALLE Kinder sind gleich gut und ALLE gleich schlecht mit diesem Wort komm ich bei meiner Mannschaft gut an und respektieren mich obwohl ich eine Frau bin,- das sagt doch schon was aus!
    Lg.

    Reply
  22. Florian

    Lieber Michi,

    Danke; das ist sehr durchdacht, ich gebe Dir voll recht, stoße aber selbst in der Umsetzung als Trainer einer F3 (7 Jahre alt) an meine Grenzen – und weiß ernsthaft nicht weiter, nach nun gerade mal 6 Monaten als Trainer. Darum meine ich die Frage unten ernst:

    Der Verein drängte uns zu Punktspielen. Also haben wir das auch gemacht. Ich habe 18 Kinder, 7 dürfen spielen. D.h. 11 sitzen auf der Bank. Wechsel ich so oft ein- und aus, dass alle gleich häufig spielen, ist viele Unruhe im Spiel, und leider verlieren wir recht hoch, weil die Gegner meist nur die Besten und Großen/Kräftigen spielen lassen. Und bei uns im Team sind auch 2, 3 Kindern, bei denen ich ahne, dass eher die Väter wollen, dass die Fußball spielen, die aber selbst offenbar nie vorher Fußball (auf dem Schzlhof, im Garten, auf der Straße etc.) gespielt haben, keinen rollenden Ball treffen und auch nur einmal in der Woche bei uns im Training spielen, während die meisten anderen Kinder (wie das ja so ist) immer irgendwo kicken, auch außerhalb des Training. Auch denen gebe ich aber ihre EInsatzzeiten im Punktspiel, in denen die aber nicht einmal den Ball bekommen.

    Im Training können wir differenzieren; in Gruppen den Fähigkeite entsprechend Teams zusammenstellen etc.. Aber im Spielbetrieb stehen wir selektierten Mannschaften gegenüber, die homogener und darum stärker sind.

    Was also tun? Weiterhin viel wechseln, alle gleich viel spielen lassen und dann 12-2 oder so verlieren? Ich weiß es wirklich nicht! Bin etwas hilflos, aber Deine Texte vermitteln mit den EIndruck, dass Du schon länger im Geschäft bist, und wirklich den Durchblick hast.

    Danke im Voraus und bitte weiter so!
    Florian

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Florian,

      das ist ein Problem, dass viele haben und so am Wochenende viel zu häufig vorkommt.

      Zunächst mal muss man sagen, dass 18 Spieler in einer F-Jugend viel zu viel sind. Es ist dadurch sowohl im Training zu wenig “Zug” drin, was ganz normal ist bei so vielen Zwergen. Selbst wenn dies alle super Spieler wären, sind es dennoch Kinder, die gerne mal ihre Späße machen:) Fall du da alleine bist, dann rate ich dir, hier das Technik- und Koordinationstraining auf 3 Tore aufzubauen, so dass 6 Kinder pro Tor trainieren. Dadurch verringerst du die Anstellzeiten enorm. Es müssen dabei nicht unbedingt drei Kleinfeldtore sein. Es können auch nur eines sein und zwei Minitore oder zwei Kleinfeldtore und ein Stangentor oder so ähnlich. Damit dann alle auch auf die “normalen” Tore schießen dürfen, wechseln die Gruppen einfach nach jeder Variante der Übung. Wenn du dabei die Gruppen auch noch mit Leibchen versiehst, ist es perfekt. Dann sieht das gut aus und die Kinder wissen, zu welcher Farbe sie gehören. Du rufst dann nur noch “rot zum E-Jugendtor”, “blau zu Minitor” usw..Beim Abschlussspiel auch zwei Felder aufbauen (ein Feld mit Kleinfeldtoren und eines mit MInitoren oder Hütchentoren), so dass überall max. 5 gegen 5 gespielt wird.

      18 Spieler sind natürlich auch für das Spiel zu viele. Da wird man niemanden wirklich gerecht und einer fühlt sich immer benachteiligt. Wenn dann auch noch die Leistungsschere zu weit auseinanderklafft, dann ist Ärger und Chaos vorprogrammiert. Jetzt ist es aber so wie es ist. Ich würde zu den Spielen nur 9 mitnehmen. Für die anderen 9 würde ich versuchen ein Freundschaftsspiel zu vereinbaren. Da musst nicht zwingen du coachen. Das kann auch ein Vater machen, mit dem du vorher das Spiel durchsprichst. Dabei würde ich auf keinen Fall die einen 9 aus nur guten und die anderen 9 aus nur schlechten Spielern bilden. Das führt wieder nur zu viel Ärger. Da würde ich eine gute Mischung finden. Und in der nächsten Woche wechseln die Teams hinsichtlich Punkt- und Freundschaftsspiel. Das FReundschaftssspiel kann auch unter der Woche sein – Hauptsache ist, alle haben gleich viel Spielzeit. Und ich würde nach einem Monat die 9er Teams neu bilden, so dass da immer durchgemischt wird. Sonst gibt es ein Team 1 und 2 und das soll es im Sinne einer Gemeinschaftsfähigkeit nicht sein. Entscheidend ist, das alle möglichst viel spielen. Das kann so gewährleistet sein.
      Die Anmeldung zur Punktspielrunde muss in diesem Fall dringend in einer schwächeren Liga sein. Dazu haben wir auch im Blog was geschrieben. Je stärker die Gegner, und zwar körperlich gemeint, desto mehr Druck haben deine Spieler und können sich technisch nicht entwickeln. Sie hauen nur rum und sind froh wenn der Ball weg ist. Das geht jetzt nicht mehr, aber in neuen Saison ein wenig schwächer anmelden macht Sinn. Übrigens: Bei den Freundschaftsspielen kann man sich ja bewusst schwächere Gegner suchen, um auch den Spielern, die noch so weit sind, die Möglichkeit vieler Ballkontakte zu geben. Nur so können sie sich weiterentwickeln.

      Und das muss man den Eltern auch sagen: Es geht darum alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu fördern. Dabei muss sich die Schere zwischen schon gut und noch nicht so weit schließen. Diese Schere schließt sich nie ganz, aber der Abstand wird kleiner. Und das kommt dann auch den Besseren zu Gute.

      Ist jetzt viel Info, wenn was nicht verstanden wird, dann einfach nochmal hier schreiben.

      Viele Grüße
      Michi

      Reply
  23. Florian

    danke! Dass es zu viel sind, stimmt… Da ist aber leider nix mehr zu machen…
    Aber Deine Tipps sind schon mald Gold wert.

    Beste Grüße
    Florian

    Reply
  24. Erwin

    Lieber Michi,

    ich bin aktuell Trainer eine U11 Mannschaft. Ich fand deinen Beitrag vor ca 2. Jahren. Fand es auf Anhieb sehr sehr gut. Habe gleich für die Eltern einen Vortrag daraus gemacht. Ihnen alles ausführlich erklärt. Gefühlt haben es alle verstanden, um was es geht. Dachte ich zu mindest.

    Habe auch seit Bambini immer schön rotiert und durchgewechselt. Die Kids hatten Spaß und haben sich weiter entwickelt. Ich muss dazu noch ergänzen – im Bambini Alter waren es 25 Kinder, davon sind es immer noch 15 dabei – wobei ein Paar aufgehört haben, welche dazu gekommen sind. Aber der Kern ist noch da.

    Mittlerweile ist aber so dass die Kinder die damals schon ihre Defizite hatte, heute immer noch hinterher sind. Das Schlimme ist, der Abstand wird leider immer größer. Im ersten E-Jugend Jahr haben wir natürlich gegen 1 Jahr ältere spielen müssen, da der Verband keine strikte Aufteilung hat. Aber es war nicht so schlimm. Es waren bis auf 2, 3 Spiele alle enge Spiele. Also wenn die Entwicklungsstärkere auf dem Platz waren, hat man teilweise kaum einen Unterschied gemerkt. Sobald wir dann durchgewechselt haben, ist die Qualität dementsprechend gefallen. Aber damit hatte ich kein Problem. Wir haben auch viele Turnier und Spiele bestritten. Ergebnisse waren für mich nicht relevant. Und es waren teilweise sehr gute Turniere dabei (auch mit namhafte Gegner).

    Jetzt kommen wir in den 2. E-Jugend Jahr. Leider haben wir jetzt unseren 3 besten und am weitesten entwickelten Kinder an den Nachbarverein verloren. Die holen sich aus dem Kreis immer die Besten und so wollen Sie erfolgreich sein. Obwohl wir gegen diese Mannschaft immer auf Augenhöhe waren. Vielleicht ist das auch der Grund gewesen.
    Die Argumente der Eltern waren, dass bei dem neuen Verein eine ganz andere Qualität allein schon im Training ist, da dort nur wirklich auch “Fußballer” sind. Ich kann es nicht nachvollziehen, weil die Kinder sich ja bei uns auch sehr gut weiter entwickelt haben.

    Unser Verein gibt die Vorgaben, ab dem älteren E-Jugend Jahrgang vor, dass die Mannschaften nach Entwicklung aufgeteilt werden. Das haben wir jetzt auch gemacht, allerdings kann ich mich leider nicht ganz damit anfreunden. Wir trainieren zwar gemeinsam (sind aktuell 20 Kinder) auf einen Platz aber trotzdem aufgeteilt (nach Entwicklung). Klar ist die Trainingsqualität dadurch jetzt gestiegen. Wir haben uns so geeinigt, dass die Spieler die aktuell noch nicht soweit sind, aber wollen, weiterhin die Chancen geben werden im Team 1 mal zu Spielen. Die Aufteilung ist so dass wir im Team 1 ca. 11 bis 12 Kinder haben und im Team 2 den Rest. Bei Verbandsspieltagen werden wir aus dem Team 1 immer wieder Spieler (rotierend) zum Team 2 nehmen müssen, damit wir mit 2 Teams antreten können. So kommen die Spielervom Team 2 auch zu ihrer Spielminuten. Ausserdem werden auch Turnier und Freundschaftsspiele mit Mannschaften ausgemacht, die ungefähr auf dem gleichen Level sind. Mit den Spieler aus Team 1 machen wir das gleich, aber gegen andere Kaliber.

    Ich habe auch 4 Torhüter die gern im Tor sind, wobei ich da mich auf 2 festgelegt habe. Wenn der eine im Tor spielt, spielt der andere draußen auf verschieden Positionen. Und andersherum. Das funktioniert ganz gut.

    Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Vielleicht kannst Du mir dieses Gefühl verbessern. Ist das der richtige Weg? Ist es richtig dass wir jetzt langsam, die Kids die wirklich Fußballspielen lernen wollen, zusammen lassen und die wo noch nicht soweit sind, weiterhin fördern?

    Ich hoffe ich konnte es einigermaßen erklären können wie es mir geht.

    Auf Deine Antwort freue ich mich und wünsche noch einen schönen Tag noch.

    Liebe Grüße.

    Reply
    1. Michi Schuppke Autor

      Hallo Josef,
      Ich werde dazu dir Ende, Anfang nächster Woche antworten. Ein ausführliches Thema, aber ich bin viel unterwegs und komme aktuell nicht dazu. Aber ich nehme mir die Zeit in den kommenden Tagen. Versprochen;)Bis dahin schon mal vielen Dank für deine Frage!
      Viele Grüße
      Michi

      Reply
    2. Michi Schuppke Autor

      Hallo Josef,

      ich denke, ihr macht da schon viel richtig. Bei so vielen Spielern in einer E-Jugend alle zufrieden zu stellen, ist nicht einfach. Das entscheidende ist, so wie du es schon richtig sagst, dass ALLE Kinder eine gute Ausbildung bekommen und nicht nur die Besten Kinder (Stand jetzt die besten Kinder). Das Ziel muss es eben sein, die Leistungsschere zwischen gut und noch nicht so weit zu verkleinern. Stück für Stück, d.h. dies braucht Zeit. Die Guten sind schon gut. Das bedeutet ja auch, dass die weiteren Entwicklungsschritte eher kleiner sein werden, da sie ja schon ein hohes Level haben. Die weniger guten oder auch weniger talentierten Spieler haben ja noch viel Luft nach oben. Sie daher, so wie ihr es wohl macht wenn ich es richtig verstanden habe, in leistungshomogene Gruppen im Training zu organisieren, ist durchaus ein vernünftiger Weg. Man muss nur immer aufpassen, dass dann eben nicht die einen sich als was Besseres fühlen und die anderen als die nur Schlechten abgestempelt werden. Und ich denke, das ist deine Sorge.
      Daher:
      1. Beide Gruppen trainieren zeitgleich parallel und beide trainieren die fast gleiche Übung. Bei den Besseren wird halt ein Trick mehr eingebaut oder ähnlich und bei den Anderen die Übung ein wenig moderater aufgebaut. Aber der Kern bleibt bestehen.
      2. Ab und zu mal trotzdem gemeinsam trainieren, für das Gemeinschaftsgefühl. Das kann ja dann ein 3:3 Turnier sein, in welchem man durchmischt. Message an die Kinder: Alle gehören dazu.
      3. Beide Gruppen brauchen Spiele, nicht nur die Besseren. Ich habe das bei dir nicht ganz verstanden. Spielen denn Alle am Wochenende? Wenn ja, ist alles gut. Ansonsten wie du auch sagst viele zusätzliche Freundschaftsspiele organisieren, damit alle möglichst viel Spielzeit bekommen. Die schwächeren sollten dann gegen schwächere oder gleich gute Teams spielen, damit sie sich entwickeln können.
      4. Auch bei den Spielen immer mal 2-3 Spielern die MÖglichkeit geben, im Team 1 zu spielen. Auch hier den Gedanke: Alle gehören dazu und wir wollen alle fördern.

      Denn: Ihr braucht ja dann im Großfeld auch wirklich alle. Daher muss man jetzt die Schwächeren dringend ausbilden und versuchen, die Schere so weit wie möglich zu schließen. Und wie gesagt, erst nach der Pubertät weiß man, wie groß die Schere nun noch ist. Da wird man doch immer wieder überrascht, wenn man diesen Weg konsequent verfolgt hat. Manch einer, von dem man immer gedacht hat, dass das nix wird, war dann auf einmal richtig gut.

      Also ich denke das passt und kann man so machen. Ihr müsst nur aufpassen, dass die Neiddebatte nicht aufkommt. Bei den Eltern und bei den Kindern. Dafür braucht es Maßnahmen. So wie vorgeschlagen und von euch auch schon umgesetzt. Aber denkt mal noch mehr drüber nach. Ich denke, da gibt es noch mehr coole Dinge. So wie gemeinsame Ausflüge etc.
      Dann bildet ihr gut aus und die Kinder lernen was enorm wichtiges im Leben, was heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist: Wir sind EIN Team! Es braucht ALLE und WIR nehmen ALLE mit auf einen GEMEINSAMEN Weg!
      Viele Grüße
      Michi

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  25. Willi

    Hallo,

    diese Reihenfolge, wie oben beschrieben hat mein Sohn (12/2002) aktuell schon vieles erlebt.

    Von der U13 bei der Sichtung eines NLZ sofort genommen. In der Mannschaft dann kaum gespielt, da er immer der körperlich schwächste war und ist.
    Dies hat sich bis heute nicht geändert. Heute ist er 15, wird im Dezember 16.

    Der Großteil der bisherigen Trainer hat sich über die Tabellenplätze definiert. Da bleibt und blieb der körperlich Schwache auf der Strecke!

    Aktuell spielt er in einem Landesligakader, technisch einer der stärksten, aber aufgrund des Körpers nicht im Kader. Traurig, traurig. Die Tränen sind schon geflossen und ich vermute er hasst seinen Körper.
    Für mich sind viele motivierende Gespräche notwendig, um ihn nicht komplett im Boden versinken zu lassen.

    Es ist schon frustrierend wenn er keine einzige Minute von 32 Trainigseinheiten in 8 Wochen verpasst und dann der Trainer feststellt das er keinen “Körper” hat.

    Kilo und Größe kann man nicht trainieren!

    Normalerweise müssten wir sofort Schluß machen.

    Reply

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