Die Bayern auf dem Weg zur alten Stärke in Europa?

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Tottenham 2, Bayern 7. Ein solches Ergebnis haben wohl nicht einmal die größten Optimisten untern den Bayern-Fans erwartet. Der FC Bayern und allen voran Serge Gnabry hat die Spurs in der zweiten Halbzeit des dritten Spieltags dieser Champions League Saisons 2019/20 in alle Einzelteile zerlegt. Doch wie kam es zu diesem Ergebnis? War der englische Champions League Finalist vom letzten Jahr wirklich so schlecht? Oder die Bayern so gut? Wir versuchen uns an einer Analyse.

Die Bayern traten gestern in einem 4-2-3-1 System an. Auffällig war aus unserer Sicht, dass die Innenverteidiger nicht, wie sonst oft üblich, im Spielaufbau sehr breit standen. Im Gegenteil, sie verdichteten bereits bei eigenem Ballbesitz das Zentrum, um die schnellen Gegenstöße von Kane und Son bereits im Keim zu ersticken. Dies gelang in der ersten Hälfte trotzdem nicht. Das 1:0 war exemplarisch für das fehlerhafte Aufbauspiel der Bayern, bedingt durch gutes Pressing der Spurs und eines schlechten Positionsspiels der Bayern. Das 1:1 entstand in dieser Phase etwas glücklich, dank einer starken Einzelaktion von Kimmich. Insgesamt ging der Matchplan der Londoner aber auf. Da diese ihr intensives Spiel aber nicht die gesamten ersten 45 Minuten aufrechterhalten konnten, schafften es die Münchner gegen Ende der ersten Halbzeit immer mehr, sich zu befreien. In dieser Phase erzielte dann Lewandwoski ein herausragendes Tor. Abermals aber nach einer starken Einzelaktion.

Wie ist diese zweite Hälfte zu erklären?

Wir sind uns sicher, ein Spieler hatte entscheidenden Anteil an dieser außergewöhnlichen zweiten Halbzeit der Bayern, Thiago Alcantara. Er kam zur Pause für David Alaba in die Partie. Mit ihm schafften es die Roten das Pressing der Spurs immer wieder ins Leere laufen zu lassen. Thiago versteht es wie kein anderer im Bayern-Kader sich in den Halbräumen anspielbar zu machen. Dadurch und durch seine hohe Passqualität konnten die Münchner immer wieder das Tempo aus dem Spiel nehmen. Ballbesitzwerte um die 70 Prozent in der zweiten Halbzeit zeigen diese extreme Dominanz der Bayern. Thiago, aus unserer Sicht der technisch beste Spieler beim FC Bayern, ist für ein solches Ballbesitzspiel perfekt. Das alles war Gift für das intensive Spiel der Spurs, die, auch bedingt durch eine sehr schlechte Phase in der Premier League, mit laufender Spieldauer den Glauben verloren, gegen diese Bayern etwas entgegenzusetzen. Folgerichtig fielen dann auch die Tore.

Gnabry – der 4 Tore-Mann

Einer ragte dabei natürlich besonders heraus: Serge Gnabry. Auffällig war, dass dieser sich immer wieder vom Flügel ins Zentrum bewegte um dort dann seine größte Stärke auszuspielen, seinen unfassbaren Zug zum Tor. In Halbzeit Eins schaffte es Tottenham noch ihn dort zu stören, wo er unserer Ansicht nach (noch) nicht Weltklasse ist, nämlich bei der Ballan- und Mitnahme unter Druck. So entstanden in Halbzeit Eins zwei Chancen für die Londoner. Als den Spurs dies in der zweiten Halbzeit nicht mehr gelang, zeigte er seine ganze Klasse. Exemplarisch das 1:3, als Alderweireld sich nur fallen lässt, statt spätestens auf Höhe des Strafraums ihn aggressiv nach vorne zu verteidigen und ihn somit nach links, weg vom Tor zu lenken.

Unser Fazit ist, dass die Bayern, nachdem sie glücklich mit einer Führung in die Pause gingen (Tottenham hätte auch führen können), in der zweiten Halbzeit gezeigt haben was möglich ist, wenn man einen Gegner durch Ballbesitzfußball zur Verzweiflung bringt. Dazu müssen aber die richtigen Spieler (Thiago, Couthino), mit einer gleichzeitigen defensiven Absicherung (Tolisso, Martinez) auf dem Platz stehen. Ansonsten besteht bei diesen Bayern immer die Gefahr eines schnellen Gegentores nach einfachen Ballverlusten im Spielaufbau. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn Tottenham mit einer Führung in die Halbzeit geht und die Bayern dann gezwungen sind, das Spiel zu machen…

Eine gute Fußballzeit!

Michael Schuppke

Ein Gedanke zu “Die Bayern auf dem Weg zur alten Stärke in Europa?

  1. Stephan Bauer

    Hallo Michi,

    ihr hattet Thiago doch sicher bei euch in der MFS, oder? ;-)

    viele Grüße und weiter so!
    Stephan

    Reply

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