Der Einfluss der Spielfeldgröße auf die technische Entwicklung im Jugendfußball – Teil 2

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Im ersten Teil zu diesem Thema haben wir kurz gezeigt, dass die Spielfeldgröße im Jugendfußball natürlich einen Einfluss auf die technische Entwicklung hat. Dazu haben wir die Frage und unsere Antwort dazu eines Jugendtrainers aus Luxemburg hier veröffentlicht. Er monierte, dass er viele Spiele auf einem engeren und kürzeren Feld als üblich austragen muss. Dies hat zur Folge, dass der Gegner es in der Defensive leichter hat. Es kommt oft kein Spielaufbau zustande und das Spiel ist geprägt durch das Aneinanderreihen von Zweikämpfen und durch das ziellose Wegschlagen von Bällen. Was aber ist nun, wenn ich als Trainer einfach keine andere Möglichkeit habe? Wenn also das Spielfeld einfach ein wenig schmäler und kürzer ist und es keine Alternativen dazu gibt? Kann ich meine Spieler dann trotz des höheren Gegnerdrucks technisch weiterentwickeln?

Die Antwort lautet natürlich JA. Es ist schwieriger, aber es geht. Dafür braucht es aber ein paar taktische Anweisungen an meine Spieler, die in diesem Fall eines gemeinsam haben: sie müssen dafür sorgen, dass ich mich diesem platzbedingten, noch höheren Druck des Gegners so weit wie möglich entziehen kann. 

Es geht dabei um nichts anderes als den Grundprinzipien des Spielaufbaus, die ich als Trainer in diesem Fall noch mehr als sonst einfordern muss. Dabei muss ich die Spielfeldbegrenzung so weit ausreizen wie nur möglich. Die Außenverteidiger z.B. sollen nicht nur breit und höher stehen, sondern sich so breit wie nur möglich, also an der Auslinie positionieren. Die Flügelspieler sollen noch breiter und höher stehen als üblich. Die Angreifer können sich ruhig mal ins Abseits stellen usw. Es geht eben darum, den Gegner auch in einem kleineren Feld so weit wie möglich auseinanderzuziehen. So soll man relativ lange in Ballbesitz bleiben, um dann eine schnelle Spielverlagerung in eine offene Stellung zu bekommen. In unserem Taktikvideo verdeutlichen wir dies nochmal…

Grundprinzipien im Spielaufbau

Dazu haben wir auch noch ein paar weitere Tipps, wie man dem hohen Druck des Gegners entgehen kann. Der Torwart kann hier als Drucklöser fungieren. Wie das aussehen muss, zeigen wir euch hier.

Auch das Timing der Freilaufbewegungen wird noch viel wichtiger. Auch das haben wir in einem Video veranschaulicht. 

Dies sind nur ein paar Anregungen, wie auch auf einem kleineren Spielfeld der Spielaufbau klappen kann, ohne dass der Ball viel und hektisch geschlagen werden muss. Natürlich braucht es dazu auch viel Selbstvertrauen. Dies können sich die Spieler z.B. unter der Woche auf dem engeren Spielfeld gegen einen schwächeren Gegner holen. Denn hier hat man trotz des Platzes in der Regel mehr Zeit zur Verfügung und kann so taktische Dinge für das Spiel am Wochenende testen.

Eine gute Fußballzeit!

Euer Michi

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