Ausbildungsland Deutschland – Chancen erkennen

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Nachdem sowohl die Teams der Premier League als auch die Chinese Super League aufgrund von sehr hohen Fernsehgeldern über scheinbar fast endlos viel Geld verfügen und so die Transfersummen in astronomische Höhen treiben, können sich selbst die Top Teams der Bundesliga immer seltener teure, fertige Superstars leisten. Zudem kommt es immer öfter vor, dass diese Länder uns viele junge, talentierte Spieler frühzeitig aus der Bundesliga wegkaufen. Daher müssen die Vereine der Bundesliga auf junge, hochtalentierte und bezahlbare Jungs setzen. Die Bundesliga nimmt somit unweigerlich die Rolle einer Ausbildungsliga ein. 

Dies ist natürlich eine große Chance für junge Nachwuchsspieler, für die eigenen deutsche Talente. Positionen die bislang von teuren Superstars belegt waren, werden so frei und junge Spieler bekommen schneller Möglichkeiten, Spielerfahrungen zu sammeln und entwickeln sich so schneller weiter. Die Bundesligavereine können dabei auch finanziell profitieren, in dem sie diese jungen Talente bestmöglich ausbilden, weiterentwickeln und dann frühzeitig mit langfristigen Verträgen ausstatten. Mit oder ohne Ausstiegsklauseln.

Umso wichtiger ist es, dass man schon jetzt die optimalen Weichen für unsere Talente stellt. Wie können wir unsere Jugend noch stärker fördern? Wo müssen Gelder investiert werden? Bislang bekommen kleine Vereine, die den Grundstein in der Entwicklung der jungen Spieler legen, nur sehr geringe Ausbildungsentschädigungen für ihre enorm wichtige Arbeit. Wissen muss man dazu, dass die entscheidenden Ausbildungsjahre zwischen dem 6. und 13. Lebensjahr liegen. Hier gilt ganz klar: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr oder nur sehr schwer. Doch gerade in den Amateurvereinen sind überwiegend ehrenamtliche Trainer und Väter tätig, die keinerlei oder eine nur sehr geringe Entlohnung erhalten und sich somit nicht einer vollen Trainerausbildung unterziehen. Hier fehlt einfach der Anreiz, dies zu tun. Und so hören die meisten Trainer hier bereits nach einem Jahr wieder auf. Eine einheitliche Ausbildung ist somit auch nur noch schwer zu schaffen. Dabei möchte ich keinesfalls das Ehrenamt in Frage stellen. Ganz im Gegenteil, wir brauchen das ehrenamtliche Engagement unbedingt. Jedoch ist auch unbestritten, dass unsere Talente von den besten Trainern in den bestmöglichen Strukturen entwickelt werden müssen, um eine optimale Ausbildung ermöglichen zu können. Selbst in den vielen Nachwuchsleistungszentren verdienen die Kleinfeldtrainer kaum mehr als 450 € pro Monat. Da dies aber mit einem enorm hohen zeitlichen Aufwand verbunden ist, bekommen die Vereine hier nicht immer die besten Trainer, wenn ein gut ausgebildeter Coach zeitgleich für ein Bezirskliga Engagement bei den Herren das Doppelte verdient bei geringerem Zeiteinsatz.

Um dies also flächendeckend bewerkstelligen zu können, ist es zwingend, mehr Geld in den Jugendfussball zu stecken. 

Hier wäre auch der Verband und die DFL gefragt.

Die Nachwuchsleistungszentren sollten demnach verpflichtet werden, sämtliche Trainer hauptamtlich anzustellen. Ein fester Prozentsatz gemessen an dem Etat der ersten Mannschaft sollte meiner Meinung nach direkt in die eigene Jugend gesteckt werden müssen. Bei  Transfers könnte das System wie es derzeit in China praktiziert wird , als Vorbild dienen. In China müssen Vereine, die einen ausländischen Spieler mit einer Ablöse über 6 Millionen verpflichten, die selbe Summe nachweislich in die Jugendarbeit Chinas investieren. Dies hemmt in China zwar die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der restlichen Welt, fördert jedoch den eigenen Nachwuchs in zweierlei Sicht:

Es werden mittelfristig weniger ausländische Superstars verpflichtet, wodurch mehr Positionen für chinesische Spieler frei bleiben. Zum anderen fließt mehr Geld in die Ausbildung der chinesischen Jugendspieler. Dies untermauert die Ambition Chinas, in naher Zukunft Weltmeister werden zu wollen.

Deutschland sollte den Zeitgeist schnell erkennen und noch mehr in die Jugendausbildung investieren. Aber nicht nur in die Spitze. Diese muss punktuell verbessert und angepasst werden. Sondern eben noch viel mehr in die breite Basis. Denn nur eine große breite Basis ermöglicht eine starke Spitze. Damit die Bundesliga weiterhin eine der besten Liga bleibt. Und damit die Nationalmannschaft weiterhin ihre Spitzenposition festigen kann. Langfristig!

Eine gute Fußballzeit!

David Niedermeier

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